Technischer Fortschritt in der Prostata-Diagnostik
Das Allgemeine Krankenhaus Celle baut seine Fähigkeiten in der modernen Diagnostik des Prostatakarzinoms weiter aus.
Im Rahmen der Technologiepartnerschaft wurde kürzlich ein modernes 3-Tesla-MRT-System mit integrierter künstlicher Intelligenz installiert. Die neue Technologie erweitert die Möglichkeiten der multiparametrischen MRT (mpMRT) der Prostata, die bereits seit 2013 erfolgreich am AKH Celle eingesetzt wird. MRT steht für Magnetresonanztomografie; die Bezeichnung „3 Tesla“ beschreibt die Stärke des Magnetfelds, mit dem das MRT-System detaillierte Bilder aus dem Körperinneren erzeugt.
„Wir setzen die multiparametrische MRT der Prostata seit vielen Jahren als festen Bestandteil der modernen Prostatakarzinom-Diagnostik ein“, erklärt Professor Christian Fink, Chefarzt der Radiologie am AKH Celle. „Mit der neuen 3-Tesla-Technologie und KI-gestützten Anwendungen verbessern wir Bildqualität, Untersuchungspräzision und Effizienz weiter.“
Professor Fink verfügt seit 2019 über die höchste Qualifikationsstufe (Q2-Zertifizierung der Deutschen Röntgengesellschaft) für die MRT-Diagnostik der Prostata. Sämtliche Untersuchungen erfolgen standardisiert nach den aktuellen Leitlinien und der international anerkannten PI-RADS-Klassifikation. Tumorverdächtige Befunde werden anschließend in der Klinik für Urologie unter Leitung von Chefarzt Dr. Yannick Lippka mithilfe der MRT-gestützten Fusionsbiopsie gezielt abgeklärt.
„Für die Fusionsbiopsie steht am AKH ein modernes System zur Verfügung, das die MRT-Aufnahmen mit aktuellen Ultraschallbildern zusammenführt. So lassen sich Gewebeproben gezielt aus auffälligen Bereichen der Prostata entnehmen“, erklärt Dr. Lippka. „Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für das weitere Vorgehen. Ist eine Behandlung erforderlich, stehen am AKH die modernsten Therapieverfahren zur Verfügung – darunter u.a. roboterassistierte Operationen und die Strahlentherapie. Welche Behandlung infrage kommt, wird anhand der Befunde und der individuellen Situation gemeinsam mit dem Patienten besprochen.“
Neben der Früherkennung spielt die multiparametrische MRT auch eine entscheidende Rolle bei der sogenannten Aktiven Überwachung („Active Surveillance“) weniger aggressiver Prostatakarzinome. Ziel ist es, eine nicht unmittelbar erforderliche Behandlung zu vermeiden.
Aktuelle Leitlinien empfehlen die MRT-Untersuchung als festen Bestandteil der Nachsorge bzw. dieser Aktiven Überwachung. Sie hilft dabei, Veränderungen zu erkennen, etwa wenn sich ein Tumor biologisch verändert – beispielsweise durch ein insbesondere bei 3 Tesla sensitiv erkennbares Wachstum eines Tumorherdes oder Hinweise auf ein Überschreiten der Prostatakapsel. Zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen unterstützt sie die Entscheidung, ob und wann erneut Gewebeproben entnommen werden müssen. Invasive Folgebiopsien können so oftmals zunächst vermieden werden.
Die enge Zusammenarbeit von Radiologie und Urologie erfolgt im Rahmen des Prostatakarzinomzentrums am AKH Celle. Dort betreut ein interdisziplinäres Expertenteam Patienten mit dem Ziel, moderne Diagnostik, individuelle Therapieplanung und hohe medizinische Qualität miteinander zu verbinden.
Mit der Investition in KI-gestützte Hochleistungsbildgebung unterstreicht das AKH Celle seinen Anspruch, medizinische Innovation und spezialisierte Expertise zum Nutzen der Patientinnen und Patienten konsequent weiterzuentwickeln.
