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Klinik für Kardiologie

Erkrankungen & Therapien

Brustschmerz / Angina pectoris

Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris „Brustenge“ ist ein anfallsartiger Schmerz in der Brust, meist linksseitig und oft mit Ausstrahlung in Schulter, Arme, Kiefer oder Oberbauch. Sollten diese Beschwerden für länger als 20 Minuten andauern besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt.

Brustschmerzen sind ein Notfall!

In der Akutphase eines Herzinfarktes besteht ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Je früher ein Herzinfarkt erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko daran zu sterben oder bleibende Schäden zurück zu behalten.

Daher gilt: Nicht warten, sondern gleich den Rettungsdienst über die 112 verständigen.

Was ist die Chest Pain Unit?

Die Chest Pain Unit (Brustschmerz-Einheit) am AKH Celle ist eine spezialisierte Abteilung der Kardiologie in der Zentralen Notaufnahme. Durch strukturierte Diagnostik- und Behandlungspfade können Herzinfarkte und andere Ursachen von Brustschmerzen (z.B. Lungenembolie) schnellstmöglich erkannt und behandelt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie prüft seit 2008 die Abläufe in CPUs und vergibt ein Zertifikat. Die CPU am AKH Celle ist bereits seit 2010 zertifiziert.

Wie läuft mein Aufenthalt in der Chest Pain Unit ab?

Falls Sie mit Brustschmerz in AKH Celle eingeliefert werden wird innerhalb der ersten 10 Minuten ein EKG geschrieben und ausgewertet um solche Herzinfarkte zu erkennen, die eine sofortige Herzkatheteruntersuchung benötigen.

Sie werden nun zum Erkennen von Herzrhythmusstörungen kontinuierlich an eine EKG Überwachung angeschlossen. Es folgt nun die ärztliche Anamneseerhebung und Untersuchung. Es werden Blutwerte bestimmt, deren Ergebnisse nach einer Stunde vorliegen. Da Herzwerte im Blut erst mit einer geringen Verzögerung ansteigen, werden Blutentnahme und EKG nach drei Stunden wiederholt. Sollten beide Werte unauffällig sein ist ein Herzinfarkt ausgeschlossen und Sie müssen in den meisten Fällen nicht im Krankenhaus bleiben.

Herzinfarkt

Was passiert bei einem akuten Herzinfarkt?

Bei einem akuten Herzinfarkt verschließt sich plötzlich ein Herzkranzgefäß durch einen Blutpfropf an einer Stelle, die durch Cholesterineinlagerung eingeengt ist. Das bedeutet, dass durch diese Arterie kein Blut mehr fließen kann. Die Folge ist, dass der Herzmuskel, der von dieser Ader mit Sauerstoff versorgt wird, unweigerlich abstirbt.

Warum ist ein Herzinfarkt so gefährlich?


Auch heute noch stirbt fast die Hälfte aller Patienten, wenn sie einen akuten Herzinfarkt haben. Gerade die erste Zeit nach Beginn des Herzinfarktes ist die gefährlichste Zeit. Es droht der plötzliche Herztod durch Kammerflimmern und im weiteren Verlauf der akute Schock durch Herzschwäche.

Wie lange kann der Herzmuskel Sauerstoffnot aushalten?


Die einzelne Herzmuskelzelle stirbt spätestens nach 30 Minuten ohne Sauerstoff ab. Der Herzmuskel kann einen kompletten Verschluss einer Kranzader glücklicherweise durch Kompensationsmechanismen länger als 30 Minuten überleben. In der Versorgung des Muskels mit Blut ist etwas Reserve vorhanden, sodass sich die Überlebenszeit auf 6-10 Stunden verlängert. Danach ist jedoch in der Regel der Herzmuskel komplett abgestorben. Herzmuskelzellen regenerieren sich nicht wieder und sind verloren. Das Herz wird dadurch immer schwächer. 

Kann sich der Muskel wieder erholen, wenn der Verschluss vorher beseitigt wurde?


Ja, je eher die Zufuhr an Sauerstoff wieder hergestellt wird, umso mehr Muskel kann gerettet werden. Bevor der Herzmuskel abstirbt, tritt eine zunehmende Schädigung ein, die aber potentiell innerhalb von 6 - 10 Stunden wieder geheilt werden kann. 

Wann sollte die Ader wieder öffnet werden?


Oberster Grundsatz der akuten Herzinfarkttherapie ist: So schnell wie möglich muss die Ader wieder eröffnet werden.

Was ist die beste Methode die Ader wieder aufzubekommen?


Die beste und sicherste Methode ist, die Kranzader mit einem Ballon und einem Stent mithilfe eines Herzkatheters zu öffnen. Dies ist nur in einem Herzkatheterlabor möglich.


Wie eröffnet man eine Kranzader?


Mit einem Herzkatheter - das ist eine dünne Sonde, die man über die Leistenarterie einführt - legen wir einen mit einem Stent bewehrten Ballon in den Verschluss. Durch Füllen des Ballons mit Flüssigkeit wird der Ballon mit dem entfaltet. Nach Ablassen des Ballons bleibt der Stent in der Ader und hält diese von Innen auf. Sofort mit Wiedereröffnung der Ader lassen der Schmerz und die Brustenge nach.

Wie merkt man einen Herzinfarkt?


Kurz nach Beginn der Sauerstoffnot am Herzmuskel tritt ein starkes Engegefühl in der Brust mit Todesangst auf. Ziehende Schmerzen strahlen in die verschiedenen Körperregionen aus. Zum Beispiel in den linken Arm, in den Hals, in den Kiefer, in den Rücken, den rechten Arm oder in den rechten Oberbauch. Brennen hinter dem Brustbein ist auch oft vorhanden. Sehr häufig ist dies verbunden mit Übelkeit und kaltem Schweißausbruch.

Was soll ich bei akuten Schmerzen machen?


Wenn die o.g. Symptome auftreten und länger als 10 - 15 Minuten anhalten, sollte sofort ein Arzt gerufen werden oder besser noch der Notarzt, damit ein EKG geschrieben werden kann.
Am schnellsten geht es, wenn die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112 angerufen wird.

Wann tritt ein Herzinfarkt ein?


Der Herzinfarkt kann zu jeder Tages- und Nachtzeit plötzlich mit und ohne Vorankündigung eintreten. Jeder mit entsprechenden Risikofaktoren muss mit einem Herzinfarkt rechnen. Raucher, Diabetiker, Patienten mit erhöhtem Cholesterin, Hochdruckkranke und Übergewichtige sollten genauso wie Menschen mit Herzinfarkten und Schlaganfällen in der Familie besonders aufmerksam sein.

Kann ich auch nachts behandelt werden?


Seit 1999 haben wir im AKH einen Rufbereitschaftsdienst 24 Stunden am Tag 7-mal die Woche, also immer rund um die Uhr auch nachts. Unser Ziel ist es, dass nach Eintreffen im Krankenhaus spätestens nach 60 Minuten die verschlossene Ader wieder offen ist. Vier Teams stehen zur Verfügung um Ihnen zu helfen.  

Luftnot und Herzschwäche

Was ist eine Herzschwäche?

Von Herzschwäche bzw. Herzinsuffizienz spricht man wenn das Herz nicht in der Lage ist die benötigte Blutmenge zu fördern. Dieser Zustand kann plötzlich als akute Herzinsuffizienz oder schleichend als chronische Herzinsuffizienz eintreten.

Wie macht sich eine Herzschwäche bemerkbar?

Im kompensierten Stadium kann das Herz die nötige Leistung in Ruhe noch aufbringen, aber bei Belastung nicht mehr  ausreichend steigern. Es findet sich dann eine verminderte Belastbarkeit und schnelle Ermüdbarkeit.

Im dekompensierten Stadium kommt es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im Körper, meist in Knöcheln und Beinen, aber auch in der Lunge. Erkrankte bekommen bereits bei leichter Belastung oder sogar in Ruhe Luftnot.

Welche Ursachen hat eine Herzschwäche?

Meist wird eine Herzschwäche durch ein reduziertes Kontraktionsvermögen (Auswurffraktion) verursacht. Das heisst, das Herz wirft mit jedem Schlag nur einen kleineren Teil seines Volumens aus als normal.

Ursache hierfür können z.B. Durchblutungsstörungen oder Vernarbungen nach einem Herzinfarkt sein. Aber auch erbliche Erkrankungen, Entzündungen oder Giftstoffe (z.B. Alkohol oder Chemotherapie) können den Herzmuskel schädigen. 

Das Herz kann jedoch auch trotz normaler Kontraktionsfähigkeit durch äußere Einflüsse in seiner Funktion beeinträchtigt werden, z.B. durch Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzklappenfehler, Erkrankungen des Herzbeutels.

Wie wird eine Herzschwäche behandelt?

Um die Symptome der Herzschwäche zu lindern, wird dem Körper durch harntreibende Medikamente zunächst das überschüssige Wasser entzogen. Die Kontrolle des Flüssigkeitsentzugs erfolgt über tägliche Gewichtskontrollen.

Auslösende Faktoren werden durch Echokardiographie und Herzkatheteruntersuchung identifiziert und nach Möglichkeit behoben. Parallel wird eine medikamentöse Therapie begonnen, die das Herz entlastet und langfristig Symptome und Prognose verbessert.

Herzrhythmusstörungen

Die Rhythmusstörung, welche am häufigsten zur stationären Aufnahme führt, ist das Vorhofflimmern. Hierbei kommt es anfallsweise oder anhaltend zu einer chaotischen Erregung der Herzvorhöfe. Die Überleitung auf die Herzkammern findet meist schnell und unregelmässig statt und es resultiert ein Herzrasen.

Welche Behandlungsstrategien gibt es beim Vorhofflimmern?

Wir unterscheiden die Rhythmuskontrollstrategie - bei der es darum geht den normalen Sinusrhythmus zu erhalten - von der Frequenzkontrollstrategie. Hier wird sich auf eine Normalisierung der Herzfrequenz beschränkt. Prinzipiell ist keine der beiden Strategien der anderen überlegen. Sollten unter erzielter Frequenzkontrolle immer noch Symptome bestehen, kann eine Rhythmuskontrolle angestrebt werden.

Wie erzielt man eine Frequenzkontrolle?

Meist kann mit gut verträglichen Medikamenten (sog. Betablocker) die Herzfrequenz normalisiert werden. Sollte dies nicht ausreichend sein, können weitere Herzrhythmus-Medikamente (z.B. Digitalis) hinzugenommen werden. In den seltenen Fällen in denen dies nicht gelingt, oder falls der Einsatz dieser Medikamente nicht möglich ist, kann die Verbindung zwischen Vorhof und Herzkammer dauerhaft mit einer Verödungsbehandlung getrennt werden. Der Patient ist dann allerdings in der Folge dauerhaft von einem Herzschrittmacher abhängig.

Welche Möglichkeiten zur Rhythmuskontrolle gibt es? 

Durch eine Elektroschockbehandlung (Elektrokardioversion) welche in einer Kurznarkose durchgeführt wird, kann in den meisten Fällen der normale Herzrhythmus wiederhergestellt werden. Diese kann jedoch leider nicht verhindern, dass es zu einem Rezidiv kommt.

Um den Rhythmus dauerhaft zu stabilisieren, können unterschiedliche Medikamente eingesetzt werden. Das wirksamste Mittel ist Amiodaron, ein Medikament das leider in der Langzeitanwendung einige Nebenwirkungen haben kann. 

Eine weitere Methode ist ein Kathetereingriff mit Verödungsbehandlung, die sog. Pulmonalvenenisolation. Dieser eignet sich insbesondere für Patienten, deren Herzen strukturell normal sind - also keine Herzschwäche oder Klappenfehler aufweisen. 

Ist Vorhofflimmern gefährlich?

Der unregelmässige Herzschlag an sich ist nicht gefährlich. Mit ausreichender Frequenzkontrolle stellt das Vorhofflimmern keine Bedrohung dar.

Durch die nicht vollständige Kontraktion der Vorhöfe (Vorhofflimmern), kann es allerdings zu vermindertem Blutfluß im sogenannten Vorhofohr kommen. Es besteht hier ein Risiko der Gerinnselbildung. Wenn diese Gerinnsel in den Blutstrom geraten, können sie Gefäßverschlüsse im Körper und Gehirn verursachen. Das individuelle Schlaganfallrisiko kann durch einen Risikoscore abgeschätzt werden. 

Wie kann man das Schlaganfallrisiko senken?

Die Gerinnselbildung kann durch Medikamente (im Volksmund: Blutverdünner) reduziert werden. Neben dem seit Jahrzehnten verfügbaren Marcumar(R) stehen mittlerweile auch neuere Gerinnselhemmer (Eliquis(R), Lixiana(R), Pradaxa(R), Xarelto(R)), zur Verfügung. 

Falls eine Gerinnungshemmung auf Dauer nicht gewünscht ist oder aufgrund von Blutungsneigung nicht möglich ist, kann das Vorhofohr auch durch ein Schirmchen verschlossen werden. Dies wird in einem Kathetereingriff eingesetzt und bietet einen ähnlich guten Schlanganfallschutz wie Marcumar(R).

Synkope

Was ist eine Synkope?

Die Synkope, auch Kreislaufkollaps genannt, ist ein kurzer Bewusstseinsverlust mit meist rascher Erholung infolge einer kurzfristig gestörten Durchblutung des Gehirns. Die Auslöser können sehr vielfältig sein. Die meisten Ursachen von Synkopen sind zum Glück harmlos und bedürfen keiner weiteren Diagnostik und Behandlung. Wenn dies bereits in der Notfallaufnahme festgestellt werden kann, ist keine stationäre Aufnahme erforderlich.

Welche Untersuchungen werden bei Synkopen durchgeführt?

Um bei unklarer Ursache zu erkennen, ob eine weitere Bedrohung vorliegt, werden diese Patienten auf der Station an der Herzrhythmusüberwachung für 48 Stunden überwacht und eine Echokardiographie durchgeführt. Weitere Diagnostik (z.B. Kipptischuntersuchung oder Implantation eines Ereignisrecorders) oder Therapie (z.B. Implantation eines Herzschrittmachers) werden dann individuell festgelegt.

Herzkatheteruntersuchungen

Bei einer Linksherzkatheteruntersuchung wird ein Katheter nach Punktion einer Arterie in der Leiste oder am Handgelenk in die linke Herzkammer vorgeschoben. Diese wird dann mit Kontrastmittel dargestellt um Herzkammer, Pumpfunktion und Herzklappen zu beurteilen. Gleichzeitig misst man die Blutdrücke in der linken Herzkammer und der Aorta. Anschließend wird mit verschiedenen Kathetern Kontrastmittel in die Herzkranzadern gespritzt (Koronarangiographie). Dabei wird festgestellt, ob eine Herzkrankgefäßerkrankung (KHK) vorliegt. 

Sollten Verengungen (Stenosen) der Herzkranzarterien festgestellt werden, ist es in den meisten Fällen möglich in der gleichen Sitzung eine Aufdehnung und Stentimplantation durchzuführen.
 
Bei einer Rechtsherzkatheteruntersuchung kann man den Kreislauf im rechten Herzen und in der Lunge, dem sog. kleinen Kreislauf, messen. Hierfür wird ein Katheter über die Leistenvene bis in die Lungenschlagader gelegt. Dann wird dieser langsam zurückgezogen, wobei an verschiedenen Orten der Druck registriert und ausgemessen wird. Mit Hilfe dieser Werte und der Werte aus der Linksherzuntersuchung können Herzfehler und Störungen der Herzfunktion genau bestimmt werden. 

Wir führen geplante Herzkatheteruntersuchungen meist ambulant durch, das bedeutet die Patienten können noch am Tag der Untersuchung wieder nach Hause. Falls eine Ausweitung erfolgt ist, ist eine Überwachung über Nacht erforderlich.

Für eine geplante Untersuchung ist keine Nüchternheit mehr erforderlich. Auf ein Frühstück und die Einnahme der regelmässigen Medikation muss also nicht verzichtet werden. Lediglich der Genuss koffeinhaltiger Getränke sollte 12 Stunden vor der Untersuchung unterlassen werden, da dadurch eine wertvolle Meßmethode (FFR-Messung) unzuverlässig wird.

Nach der Untersuchung wird ein Druckverband angelegt, der je nach Eingriff und Blutungsrisiko zwischen zwei und acht Stunden belassen wird. Bei der Untersuchung von der Leiste aus muss so lange Bettruhe gehalten werden.

Video Herzkatheteruntersuchung

Herzschrittmacher-Operation

Ein- und Zweikammerschrittmacher

Herzschrittmacher werden bei symptomatischer Bradykardie (d.h. langsamen Pulsschlag) eingesetzt. Typische Symptome eines zu langsamen Pulsschlages sind Schwindel, mangelnde körperliche Belastbarkeit oder auch kurzzeitige Bewußtlosigkeiten. Je nach Art der vorliegenden Rhythmusstörung kann ein Einkammerschrittmacher (eine Sonde wird in die rechte Herzkammer gelegt) oder ein Zweikammerschrittmacher (eine Sonde in der rechten Herzkammer, eine Sonde im rechten Herzvorhof) eingesetzt werden. Seit einigen Jahren werden am AKH Celle nur noch MRT-fähige Schrittmachersysteme implantiert.

Aggregatwechsel 

Beim Aggregatwechsel (sog. Batteriewechsel) nach Erschöpfung der Batterie werden die Schrittmachersonden belassen und nur das Gerät selbst gewechselt. Daher können diese kleinen Operationen ambulant erfolgen.

Dreikammerschrittmacher / CRT

Die sogenannten Dreikammerschrittmachersysteme (rechter Vorhof, rechte Herzkammer, linke Herzkammer) werden eingesetzt, um die Herzaktion bei eingeschränkter Pumpfunktion und Linksschenkelblock im EKG besser zu koordinieren. Eine asynchroner Erregungsablauf kann durch gleichzeitige Stimulation beider Herzkammern „resynchronisiert“ werden - daher der Name „Cardiale Resynchronisations-Therapie / CRT“. 

Das Implantieren der linksseitigen Sonde in eine Herzvene an der Seitenwand der linken Herzkammer ist technisch anspruchsvoll und manchmal schwierig, zumal jeder Mensch einen unterschiedlichen Verlauf dieser Venen besitzt. 

Die Implantation von Dreikammerschrittmachern und –defibrillatoren wird in unserer Klinik seit 2003 angeboten. Die überwiegende Mehrheit der Patienten, berichtet über eine erhebliche Verbesserung der Herzschwäche und eine deutlich gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit und damit wieder gewonnene Lebensqualität. 

Wie läuft die Operation und die Nachsorge ab?

Alle Eingriffe erfolgen in der Regel in örtlicher Betäubung, wobei wir die Patienten auf Wunsch eine beruhigende Medikation erhalten können. Nach Kontrolle der Wundverhältnisse und des neu eingesetzten Schrittmachersystems erfolgt in der Regel die Entlassung am nächsten Tag. Nach 10 Tagen muss der verbliebene Hautfaden durch den Hausarzt entfernt werden, nach ca. 4 Wochen erfolgt eine erste Schrittmacherkontrolle in unserer Klinik. Die weiteren Schrittmacherkontrollen werden dann alle 6-12 Monate durch niedergelassene Kardiologen durchgeführt.

Defibrillator-Operation

Patienten, die einen plötzlichen Herztod durch schnelle Herzrhythmusstörungen überlebt haben, oder besonders gefährdet sind lebensbedrohliche Rhythmusstörungen zu erleiden, können durch einen implantierbaren Defibrillator (ICD) geschützt werden. Dieser kann Rhythmusstörungen erkennen und durch Abgabe elektrischer Energie beenden. Die Geräte besitzen zusätzlich immer auch eine Herzschrittmacherfunktion und können daher auch wie ein herkömmlicher Ein-, Zwei- oder Dreikammerschrittmacher arbeiten.

Die Implantation dieser Geräte verläuft ähnlich wie das Einsetzen eines herkömmlichen Herzschrittmachers in örtlicher Betäubung, wobei sowohl Sonde als auch das Gerät selbst etwas grösser sind.

Die Nachsorge erfolgt wie beim Herzschrittmacher. Nach Kontrolle der Wundverhältnisse und der Funktion des ICDs erfolgt in der Regel die Entlassung am nächsten Tag. Nach 10 Tagen sollte der Hautfaden durch den Hausarzt entfernt werden, nach ca. 4 Wochen erfolgt eine erste Kontrolle in unserer Klinik. Die weiteren Kontrollen können dann alle 6 Monate entweder in unserer ICD-Ambulanz oder durch niedergelassene Kardiologen durchgeführt werden.

Elektrophysiologische Untersuchung

Bei der Elektrophysiogischen Untersuchung ist eine Herzkatheterunsuchung die bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden kann. Durch spezielle Katheter werden EKG-Signale aus dem Inneren des Herzens abgeleitet und der genaue Erregungsablauf beurteilt. So kann der Mechanismus von bislang unklaren Rhythmusstörungen aufgeklärt werden, um die ideale Behandlung zu ermitteln. Hierzu steht uns ein Computersystem zur Verfügung auf der der Ablauf der Erregung und der Erregungsursprung dreidimensional dargestellt werden kann (3D-Mapping-System). Besonders komplexe Eingriffe werden in Kooperation mit Kardiologen des Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen in Celle durchgeführt.

In vielen Fällen kann durch gezielte Verödung (Ablation) von Leitungsbahnen die Ursache der Herzrhythmusstörungen dauerhaft behoben werden. 

Bei anfallsweisem Herzrasen  liegen häufig doppelt angelegte Leitungsbahnen zugrunde zwischen denen es zu kreisenden Erregungen (sog. Reentrytachykardien) kommen kann. Nach Verödung der zusätzlichen Bahn kann das Herzrasen nicht mehr auftreten.

Auch beim typischen Vorhofflattern kreist eine Erregung im Herzen - hier allerdings im rechten Herzvorhof. Durch Verödungsbehandlung in einer natürlichen Enge auf dem Steg zwischen Einmündung der unteren Hohlvene und Trikuspidalklappe kann die Kreisbahn blockiert werden. 

Bei Vorhofflimmern kommt es zur chaotischen Erregung der Herzvorhöfe. Häufig nehmen diese Störimpulse ihren Ursprung in den Lungenvenen (also den Gefäßen, die das Blut aus der Lunge zurück in den linken Vorhof führen). Durch Umfahren mit einem Ablationskatheter können die Lungenvenen elektrisch isoliert werden. Bei geeigneten Patienten kann so in bis zu 80% der Fälle der normale Sinusrhythmus dauerhaft erhalten werden. Es ist jedoch zu beachten, dass sich durch Erholung der elektrischen Leitungsfähigkeit in bis zu 25% der Fälle eine erneute Ablation erforderlich wird.


Ein Anfalls-EKG der infrage kommenden Herzrhythmusstörung wäre vor einer Ablationsbehandlung wünschenswert. Falls eine Aufzeichnung bei Ihnen oder Ihrem Patient bisher nicht möglich war, sind wir Ihnen gerne behilflich mit kleinen ausleihbaren EKG-Rekordern, mit denen über mehrere Wochen eine EKG-Aufzeichnung erfolgen kann. Patienten, die unter anfallsartigem Herzrasen leiden, können bei uns zu einer elektrophysiologischen Untersuchung jederzeit angemeldet werden.

Vorhofohrverschluß bei Vorhofflimmern

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Es tritt mit zunehmendem Alter mehr in Erscheinung. Vorhofflimmern kann dauerhaft oder anfallsartig auftreten. Es ist unbehandelt durch einen schnellen und vor allem sehr unregelmäßigen Herzschlag gekennzeichnet. Es wird daher auch absolute Arrhythmie genannt.

Wo entsteht das Vorhofflimmern?

Es ist eine Rhythmusstörung der Herzvorkammern. Normal ziehen sich diese kurz vor einem Herzschlag angeregt durch einen elektrischen Impuls regelmäßig zusammen. Bei Vorhofflimmern gerät dieser elektrische Impuls außer Kontrolle und fängt an, sehr schnell und unregelmäßig die Vorkammern zu erregen. Folge ist, dass sich die Vorkammern nicht mehr zusammenziehen können und praktisch stillstehen.

Woher kommt Vorhofflimmern?


Sehr häufig entsteht das Vorhofflimmern durch eine Vorhofüberlastung als Folge verschiedener Herzkrankheiten. Herzfehler, Herzschwäche und Kranzgefäßkrankheit verursachen oft diese Rhythmusstörung. Virusinfekte oder Alkohol können ebenfalls Auslöser sein. Sehr häufig kann man jedoch keine Ursache finden. Man spricht dann von einem idiopathischen Vorhofflimmern.

Ist Vorhofflimmern gefährlich?


Diese Arrhythmie ist in der Regel eine harmlose Rhythmusstörung. Wenn man die Herzfrequenz mit den entsprechenden Medikamenten auf normale Werte, kann man dauerhaft damit leben. Gefährlich ist das Vorhofflimmern durch das Risiko einen Schlaganfall durch eine Hirnembolie zubekommen. Diese Gefahr besteht schon, wenn das Vorhofflimmern länger als 48 Stunden anhält. Es können bleibende Schäden mit Lähmungen auftreten. 

Emboliegefahr bei Vorhofflimmern?

Bei Vorhofflimmern ziehen sich die Vorkammern nicht mehr zusammen und das Blut dort verlangsamt sich und hört in manchen Abschnitten auf zu fließen. Blut, das nicht mehr fließt, bildet Gerinnsel. Diese Gerinnsel können als Embolie überall hin geschwemmt werden. Im Kopf verursachen sie einen Schlaganfall. Eine Ausstülpung des linken Vorhofs das sog. Vorhofohr ist verantwortlich für solche Gerinnsel. 90% aller Embolien kommen aus dem linken Vorhofohr. 

Was ist ein Vorhofohr?

Das Vorhofohr ist ein sackförmiges Anhängsel des linken Vorhofes. Es hat für die Herzfunktion keinerlei Bedeutung. Man kann es daher problemlos verschließen, wenn von ihm eine Gefahr droht.

Wie behandelt man die Emboliegefahr?

Standardbehandlung ist die Gerinnselhemmung mit Medikamenten wie Marcumar oder den sog. Neuen Gerinnselhemmern.  Der Nachteil ist, dass je länger diese Gerinnungshemmung durchgeführt wird, die Gefahr umso größer wird, dass man eine Blutungskomplikation bekommt. Menschen mit erhöhter Blutungsneigung sind besonders gefährdet. 

Welche Alternative gibt es?

Man kann das Vorhofohr verschließen. Dies geschieht mit einem Herzkatheter. Über diesen wird ein Schirmchen in das Vorhofohr eingeführt und dort aufgespannt. In dem Eingang des Vorhofohrs bleibt er liegen und verhindert, das Gerinnsel von dort in den Körper verschleppt werden. Das Schirmchen wächst ein. Nach einem halben Jahr besteht auch bei dauerhaftem Vorhofflimmern keine Emboliegefahr mehr und die Gerinnungshemmer können abgesetzt werden.

Für wen kommt der Vorhofohrverschluss in Frage?

Alle, die unter Vorhofflimmern leiden und die eine Gerinnungshemmung benötigen, und alle, die diese Gerinnungshemmung nicht vertragen oder eine vermehrte Blutungsneigung haben. Also alle, die eine Blutgerinnungshemmung benötigen diese aber gleichzeitig nicht bekommen dürften. 

>>> Patienteninformation Herzohrverschluss

PFO-Verschluß / ASD-Verschluß

Bei einem offenen Foramen ovale (PFO) handelt es sich um ein Überbleibsel am Herzen aus der Zeit vor der Geburt. Es handelt sich um ein kleines Loch in der Vorhofscheidewand des Herzens. Normalerweise verschließt sich dieses Loch nach der Geburt. Bei rund 25% der Menschen bleibt es jedoch offen. Mit einem Foramen ovale ist das Herz nicht krank, aber es kann zu einem Problem werden. Manchmal, wenn sich in den Blutadern kleine Gerinnsel bilden, können diese durch das Loch schlüpfen und einen Schlaganfall verursachen. Dies ist besonders der Fall, wenn die Vorhofscheidewand zu groß geraten ist und zusätzlich eine kleine Ausbuchtung, ein Aneurysma, hat. 

Wenn jemand mit einem offenen Foramen ovale und einem Vorhofaneurysma einen Schlaganfall hatte, sollte und kann man das Loch mit einem sog. Schirmchen über einen Kathetereingriff verschließen. Dies ist ein kleiner Eingriff im Herzkatheterlabor. In der Regel kann man am nächsten Tag wieder nach Hause gehen.

Auf ähnliche Weise wird auch ein richtiger Defekt der Vorhofscheidewand (ASD) repariert. Bei einem Vorhofseptumdefekt handelt es sich um den häufigsten angeborenen Herzfehler. 

Beide Eingriffe werden in der Kardiologie des AKH durchgeführt.

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