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Diagnostik und Behandlung

Das bietet die Geriatrie und Neurogeriatrie im AKH-Celle an:

Bei jedem Patienten, der stationär aufgenommen wird, erfolgt eine strukturierte Einschätzung der aktuellen Gesundheitsprobleme sowie ihrer Genese. Daraus resultiert ein individueller Therapieplan bzw. werden die individuellen Therapieziele definiert. Die strukturelle Einschätzung wie auch die Behandlung wird durch ein multiprofessionelles Team von ärztlichem Personal, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Pflegepersonal, Physiotherapie und Sozialdienst zusammen mit dem Patienten durchgeführt. Medikamentöse und  nicht-medikamentöse Therapien, werden mit den Patienten und innerhalb des multiprofessionellen Teams regelmäßig und strukturiert besprochen, damit werden alle beteiligten Personen auf dem aktuellsten Stand der Behandlung gehalten.

Auch werden strukturierte Angehörigengespräche angeboten, wenn sich poststationäre Veränderungen im sozialen- und/oder räumlichen Umfeld Veränderungen abzeichnen.

Behandlungsschwerpunkte der Geriatrie und Neurogeriatrie im AKH-Celle

Unser Ziel ist der Erhalt oder das Wiedererlangen Ihrer Lebensqualität und Teilhabe am Leben. Wir möchten, dass Sie nach Ihrem Klinikaufenthalt möglichst wieder eigenständig zu Hause leben können.

 

In der Geriatrie und Neurogeriatrie behandeln wir ältere Menschen mit akuten, meist internistischen, neurologischen und unfallchirurgischen Beschwerden, wie zum Beispiel:

  • Nach schweren chirurgischen und orthopädischen sowie gefäßchirurgischen Operationen, insbesondere nach Schenkelhalsfrakturen, mit operativer oder konservativer Behandlung
  • Bei verzögertem Heilungsverlauf nach operativen Eingriffen unter anderem des Bauchraums, der Harnwege, der Atemwege oder der Gefäße
  • Schlaganfälle (Ischämien/Blutungen)
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt
  • Nierenversagen (Niereninsuffizienz)
  • Lungenentzündung
  • Zunehmende Gehschwierigkeiten (Gangstörungen) und Stürze unabhängig von der Ursache
  • Bluthochdruck
  • Diabetes und deren Folgen
  • Infektionen
  • Störung des Wasser- und Salzhaushaltes (Dehydrierung, Exsikkose)
  • Schwindel
  • Neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Parkinson, Polyneuropathien
  • Durchblutungsstörungen
  • Mangel- und Fehlernährung im höheren Lebensalter
  • Einschränkungen des Gedächtnisses und akute Verwirrtheit (Demenz/Delir)

 

Unsere Klinik ist für die volle Weiterbildung zum Geriater ermächtigt. Zudem bilden wir Famulanten und PJ-Studenten weiter.

Was sind geriatrische /neurogeriatrische Assessments?

Was sind geriatrische /neurogeriatrische Assessments?

Mit Hilfe geriatrischer Assessments können wir den Zustand des älteren Patienten aus physischer, psychischer und sozialer Hinsicht ganzheitlich erfassen. Das geriatrische Assessment ist ein diagnostischer Prozess mit dem Ziel, die medizinischen, psychologischen und funktionellen Probleme und Ressourcen des Patienten zu erfassen, um dann einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Welche geriatrischen/neurogeriatrischen Assessments werden bei uns durchgeführt?

Welche geriatrischen/neurogeriatrischen Assessments werden bei uns durchgeführt?

Minimental State nach Folstein:

Der MMST (Mini Mental Status Text)  besteht aus einem einfachen Fragebogen und dient dazu, die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen zu ermitteln. Mittels des MMSTs werden verschiedene Aufgaben u.a. Hirnleistungen, Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Rechnen und Sprache geprüft.

Geriatric Depression Scale nach Yesavage(GDS:

Die Geriatrische Depressionsskala (GDS), auch als Depressionstest nach Yesavage bezeichnet, ist ein vom PatientInnen auszufüllender Fragebogen, der Hinweise auf möglich vorhandene depressive Erkrankungen im Alter geben kann.

Timed up & go – Test:

Der Patient sitzt auf einem Stuhl mit Armlehnen. Der Rücken liegt der Stuhllehne an, die Arme liegen locker auf den Armlehnen. Eine Hilfestellung durch den Untersucher zum Erreichen dieser Position erfolgt nicht.

 

Auf Kommando soll der Patient aufstehen, mit einem normalen sicheren Gang bis zu einer in 3 m Abstand auf dem Boden markierten Linie laufen, sich umdrehen, zum Stuhl zurückgehen und sich wieder hinsetzen.

Beim Laufen ist ein Hilfsmittel (z.B. Stock) erlaubt.

 

Die benötigte Zeit bei dem Test wird in Sekunden notiert. Der Patient darf den Bewegungsablauf einmal vor der eigentlichen Durchführung des Test ausprobieren oder sich vom Untersucher demonstrieren lassen.

Ergebnis und Interpretation:

 

Zeit (Sek.)

Bewertung

  • <20 Unabhängige Mobilität bei einer Zeit unter 10 Sek. liegt eine vollständig unabhängige Mobilität vor; bei einer Zeit zwischen 11-20 Sek. besteht eine Mobilitätseinschränkung ohne funktionelles Defizit
  • 20-29 Geringe Mobilitätseinschränkung: es liegt eine Mobilitätseinschränkung vor, die funktionelle Auswirkungen haben kann, eine weitere Abklärung ist eventuell sinnvoll
  • >30 Ausgeprägte Mobilitätseinschränkung: es liegt eine ausgeprägte Mobilitätseinschränkung vor, die meist eine intensive Betreuung oder Hilfsmittel erforderlich macht

Mobilitätstest nach Tinetti:

Im Mobilitätstest nach Tinetti werden einzelne Funktionen der Mobilität wie Balance, Stand und Gangbild, mithilfe eines vorgegebenen Punktescores analysiert. Er besteht aus 2 Teilen: dem Balancetest und der Gehprobe:

Teil 1: Gleichgewichtstest

Im ersten Teil des Mobilitätstests werden folgende Aktionen geprüft und durch Punkteverteilung beurteilt (in Klammern):

  • Gleichgewicht im Sitzen
  • lehnt zur Seite oder rutscht im Stuhl (0)
  • sicher, stabil (1)
  • Aufstehen vom Stuhl
  • ohne Hilfe nicht möglich (0)
  • möglich aber braucht Arme (1)
  • möglich ohne Benutzung der Arme (2)
  • Versuch aufzustehen
  • unmöglich ohne Hilfe (0)
  • möglich, aber brauch mehr als einen Versuch (1)
  • möglich in einem Versuch (2)
  • Balance in den ersten 5 Sekunden/unmittelbare Stehbalance
  • unsicher (macht kleine Schritte/deutliche Rumpfbewegungen) (0)
  • sicher (aber benötigt Hilfsmittel, z.B. Stock) (1)
  • sicher ohne Hilfsmittel (2)
  • Standsicherheit mit eingestellten Füßen
  • unsicher (0)
  • sicher, aber Füße weit auseinander (>10cm) oder Hilfsmittel (1)
  • sicher, ohne Hilfsmittel (2)
  • Sicherheit beim Stoß gegen die Brust
  • würde ohne Hilfe umfallen (0)
  • Ausweichschritte, muss sich an Hilfsmittel festhalten, fällt nicht um (1)
  • sicher (2)
  • Balance mit geschlossenen Augen und Füßen
  • unsicher (0)
  • sicher (1)
  • Drehung um 360°
  • diskontinuierliche Schritte, benötigt Hilfsmittel (0)
  • kontinuierliche Schritte ggf. mit Hilfsmittel (1)
  • sicher, kontinuierliche Schritte (2)
  • Abschließendes Hinsetzen
  • unsicher (schätzt Distanz falsch ein, fällt in Stuhl) (0)
  • Benutzung der Arme oder grobe Bewegungen (1)
  • sicher mit feiner Bewegung (2)

Für jede Teilaufgabe werden 0, 1 oder 2 Punkte, beim Aufstehen (Pos. 2 und 3) 0 bis 4 Punkte vergeben. Maximal können in diesem Gleichgewichtstest 16 Punkte vergeben werden.

 

Teil 2: Gehprobe

Zum zweiten Teil gehören folgende Elemente:

  • Schrittauslösung (0, 1)
  • Schrittlänge und -höhe (0, 1, 2, 3, 4)
  • Schrittsymmetrie, von der Seite beobachtet (0, 1)
  • Gangkontinuität (0,1)
  • Schrittpfad bzw. Wegabweichung (0, 1, 2)
  • Rumpfstabilität (0, 1, 2)
  • Schrittbreite, von hinten beobachtet (0, 1)

Für jede Teilaufgabe werden 0, 1 oder 2 Punkte, bei Pos. 2 maximal 4 Punkte vergeben. Damit können in diesem Gleichgewichtstest 12 Punkte vergeben werden, zusammen mit Teil 1 insgesamt 28 Punkte.

 

 

Auswertung

  • 0-9 Punkte: Mobilität massiv eingeschränkt, Sturzrisiko massiv erhöht
  • 10-14 Punkte: Mobilität mäßig eingeschränkt, Sturzrisiko deutlich erhöht
  • 15-19 Punkte: Mobilität leicht eingeschränkt, Sturzrisiko erhöht
  • 20-27 Punkte: Mobilität leicht eingeschränkt, Sturzrisiko eventuell erhöht
  • 28 Punkte: maximale Punktzahl: kein Hinweis auf Gang- oder Gleichgewichtsstörungen

DemTect (Demenz-Detection):

Es handelt sich dabei um ein einfaches Screening-Verfahren für Demenzerkrankungen. Der DemTect prüft kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnisleistungen, Aufmerksamkeit und Wortflüssigkeit. Mit Hilfe des DemTects kann man den Verlauf kognitiven Abbaus feststellen und auch im Verlauf beschreiben. Der Test setzt sich aus fünf Teilen zusammen. Diese fünf Teile setzen sich aus Wortliste, Zahlenumwandlung, Supermarktaufgabe, Zahlenfolge rückwärts und Wiederholung der Wortliste. Der Test dauert ca. 10 Minuten.

Auswertung:

Nach Durchführung erhalten alle Teilergebnisse aus den fünf Subtests einen entsprechenden Punktewert gemäß einer Umrechnungstabelle. Diese fünf Punktwerte werden zum Gesamtergebnis addiert (Maximum: 18). Daraus können Hinweise auf die kognitiven Leistungsfähigkeiten des Patienten gezogen werden:

  • 13 – 18 Punkte: altersgemäße kognitive Leistung
  • 9 – 12 Punkte: leichte kognitive Beeinträchtigung
  • 0 - 8 Punkte: Demenzverdacht

Auslesefähigkeit:

  • Höhere Sensitivität für MCI ggü. MMSE(85 – 90%)
  • Höhere Sensitivität ggü. MMSE bei beginnenden Demenzen

Anwendung:

  • Basisdiagnostik Früherkennung MCI u.
  • Demenz

Delir-Score:

1280px Flowchart CAM ICU in German

 

Was ist ein Delir?

Bei Delir handelt es sich um eine vorübergehende psychische Störung, die sich durch Störungen des Bewusstseins, der Orientierung und der Wahrnehmung sowie körperliche Symptome wie Schwitzen, Bluthochdruck oder erhöhten Puls auszeichnet. Zu den typischen Symptomen eines Delirs gehören:

  • Störung des Bewusstseins und der Orientierung (z.B. Schläfrigkeit und nicht-Zurechtfinden bzgl. Ort und Zeit)
  • Störungen des Wahrnehmens (z.B. Halluzinationen, z.B. Sehen oder Hören von Dingen, die nicht da sind, etwa weiße Mäuse, die durchs Zimmer huschen) und des Denkens (z.B. wahnhafte Überzeugungen, vergiftet oder bedroht zu werden, oder Verwirrtheit des Denkens)
  • Körperliche Unruhe, erhöhte Schreckhaftigkeit, depressive Symptome und Angst
  • Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus mit nächtlicher Verschlimmerung der Symptome
  • vegetative Symptome in Form von Schwitzen, Bluthochdruck, schnellem Puls usw.

 

 

 

 

Welche Formen gibt es?

Abhängig vom klinischen Bild unterscheidet man drei Phänotypen :

  • hypoaktives Delir (30 %)
  • hyperaktives Delir (5 %)
  • Delir vom Mischtyp (65 %).

Was sind die Ursachen für die Entwicklung eines Delirs?

  • das Alter (vor allem alte Menschen über 65 Jahre)
  • eine vorbestehende Hirnschädigung (z.B. Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz)
  • Alkoholabhängigkeit
  • Zuckerkrankheit, Fehlernährung, Tumoren und andere schwere körperliche Erkrankungen
  • Behandlung mit vielen Medikamenten (Polypharmacie)
  • Fieber und Infekte
  • ein früher aufgetretenes Delir
  • bei Z.n. Herzoperationen, Hüftgelenksoperationen und nach Verbrennungen
  • zentralnervöse Erkrankungen (vaskuläre Erkrankungen, Blutungen, Tumoren, Schädel-Hirn-Trauma, Epilepsie, Meningitis, Enzephalitis, Migräne, Schlafentzug)
  • Sensorische Deprivation
  • systemische Erkrankungen (Infektionen)
  • Fieber
  • Stoffwechselstörungen: Hypoglykämie, Hyperglykämie, Nierenversagen, Leberversagen, Anämie, Azidose, Alkalose, Vitaminmangel, Endokrinopathien (Nebennierenrinde, Hypophyse, Schilddrüse)
  • Elektrolytstörungen: Na, K, Ca, Mg, HCO3, PO4, Dehydratation
  • Fraktur, Trauma
  • Unterernährung
  • Postanästhesie, postoperativ (etwa nach einer Narkose)
  • Medikamente und Delirantia (Medikamenten-induzierte Nebenwirkungen, Medikamentenintoxikation, Medikamentenentzug)
  • Rauschdrogen (v. a. auch der Entzug bei Drogen- oder Alkoholabhängigen)
  • Kardiovaskulär: Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Schock, Lungenembolie
  • Hypoxie, Hyperkapnie
  • Obstruktive Schlafapnoe
  • Kollagen-Vaskulitis (z. B. Lupus erythematodes)

Maßnahmen zur Delirprävention:

  • Frühmobilisation
  • Reorientierung
  • optimierte Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr
  • Schlafverbesserung
  • adäquate Schmerztherapie
  • Vermeidung einer Polypharmazie.
  • das Sehen und Hören optimieren
  • gut sichtbare Uhren und Kalender aufstellen
  • Angehörige einbinden
  • Zimmerwechsel vermeiden
  • für eine hohe Konstanz der betreuenden Pflegepersonen sorgen.

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

Barthel-Index

Clock Completion Test (CC): Uhrentest nach Shulman und Sunderland:

Der Uhrentest ist ein einfaches Testverfahren, das in der Diagnostik einer Demenz angewendet wird. Es eignet sich gut, um frühzeitig eine Demenz zu erkennen. Er wird in der Regel zusammen mit einem weiteren Test zur Demenzdiagnostik (MMST, DemTect) eingesetzt. Mit dem Uhrentest werden Instruktionsverständnis, Ausführungsplanung, visuelles Gedächtnis und die sogenannte visuokonstruktive bzw. visuell-räumliche Wahrnehmung geprüft.

Auswertung:

  • Das Ergebnis beim Uhrentest nach Shulman (1993) wird auf einer Skala von "1" (perfekt) bis "6" (keine Darstellung einer Uhr) bewertet.
  • Die Uhrentest-Auswertung bei der Variante nach Sunderland et al. (1989) orientiert sich an einer Skala von "10" (korrekte Darstellung) bis "1" (nicht mehr als Uhr erkennbar).

Hamilton - Depression – Skala:

Es handelt sich um eine Fremdbeurteilungsskala zur Einschätzung des Ausprägungsgrades einer Depression. Die Beurteilung der Items erfolgt durch einen Prüfer auf der Basis eines 30-minütigen Patienteninterviews. Dabei gilt, daß je höher die Punktzahl ist, desto ausgeprägter ist die depressive Erkrankung. Insgesamt können 24 Items definiert werden. Zu den Items zählen u.a.:

  • depressive Stimmung
  • Schuldgefühle
  • Suizidalität
  • Einschlafstörungen
  • Durchschlafstörungen
  • Schlafstörungen am Morgen
  • Arbeit und sonstige Tätigkeiten
  • depressive Hemmung
  • Erregung
  • psychische und somatische Angst
  • gastrointestinale Symptome (z.B. Appetitverlust)
  • allgemeine körperliche Symptome (z.B. Kopfschmerzen)
  • genitale Symptome (z.B. Libidoverlust)
  • Hypochondrie
  • Gewichtsverlust
  • Krankheitseinsicht
  • Tagesschwankungen
  • Depersonalisation und Derealisation
  • paranoide Symptome und Zwangssymptome

Die derzeit (2020) aktuelle S3-Leitlinie zur unipolaren Depression verwendet die HDRS17-Version mit folgenden Cut-Off-Werten:

Punkte                   Bewertung

0-9                             Keine Depression

10-20                         Leichte Depression

21-30                         Mittelschwere Depression

> 30 Punkte             Schwere Depression

Karnofsky- Index:

Es handelt sich um einen standardisierten, international anerkannten Score, der sowohl "Leistungsfähigkeit" als auch Allgemeinbefinden des Patienten ausdrückt. Es ist ein wichtiger Index, um den Allgemeinzustand unter Therapie zu verfolgen.

Prozent       Numerisch 

100 %             0                                      = normal, keine Beschwerden oder Krankheitszeichen

90 %               1                                       = geringfügige Symptome, normale Lebensführung möglich

80 %               2                                       = Symptome, die normales Leben mit Anstrengung zulassen

70 %              3                                        = Selbstversorgung noch möglich

60 %              4                                        = Selbstversorgung mit gelegentlicher Hilfe noch möglich

50 %             5                                          = auf häufige Hilfe angewiesen

40 %             6                                          = behindert und pflegebedürftig, noch nicht hospitalisiert

30 %             7                                          = schwer behindert, hospitalisiert

20 %            8                                          = schwer krank, stationäre Behandlung

10 %             9                                          = moribund, sterbend

Hoehn und Yahr:

Die Hoehn-und-Yahr-Skala dient der Einteilung des Schweregrades eines Morbus Parkinson anhand der klinischen Symptomatiken. Sie unterteilt die Erkrankung in 5 Stadien. Häufig werden ebenfalls sogenannte modifizierte Stadien nach Hoehn und Yahr (1987) angewandt.

Stadium               Klinik

0                          Keine Krankheitsanzeichen

1                          Einseitige Symptomatik

1,5                       Einseitige Symptomatik und axiale Beteiligung

2                          Beidseitige Symptomatik; keine Haltungsinstabilität

2,5                       Leichte beidseitige Symptomatik; Patient kann beim Zugtest das Gleichgewicht wiederherstellen (Ausgleich beim Pull-Test)

3                         Leichte bis mäßige beidseitige Symptomatik; leichte Haltungsinstabilität; Selbständigkeit erhalten

4                          Starke Behinderung, Patient kann aber noch ohne Hilfe gehen und stehen

5                          Patient ist ohne Hilfe von Dritten an den Rollstuhl gebunden oder bettlägerig

Webster-Skala:

    

Schlucktest nach Daniels:

 In diesem Wasser-Schluck-Test wird dem Patienten zuerst 2x 5ml, dann 2x 10ml, dann 2x 20ml Wasser zu trinken gegeben. Im Anschluss wird mit einer kurzen Stimmprobe der Stimmklang überprüft. Folgende Kriterien sind für die Auswertung wichtig:

  • Lässt sich eine Dysphonie beobachten?
  • Liegt eine Dysarthrie vor?
  • Lässt sich ein abnormer Würgereflex beobachten?
  • Kommt es zu abnormem willentlichen Husten?
  • Hustet der Patient nach dem Schlucken?
  • Ist der Stimmklang nach dem Schlucken verändert?

Bei zwei positiv beantworteten Fragen gilt der Wassertest nach Daniels als positiv – was in diesem Fall die Verdachtsdiagnose Dysphagie bedeutet.

FEES-Untersuchung:

Etwa 55% aller Schlaganfall-Patienten erkranken in der Akutphase an einer Schluckstörung. Des Weiteren können u.a. auch neurodegenerative Erkrankungen wie beispielsweise der Parkinsonsyndrome und Demenzen in ihrem Verlauf eine Schluckstörung entwickeln. So erhöht sich das Risiko einer Lungenentzündung (Pneumonie; Aspirationspneumonie) um ein Vielfaches. Die videoendoskopische Schluckdiagnostik ist ein schonendes und zugleich aussagekräftiges Verfahren zum Erkennen und Differenzieren von Schluckstörungen. Hauptvorteil dieser Untersuchung ist die innere Darstellung des Schluckaktes mittels eines dünnen Endoskops, welches durch die Nase eingeführt wird. Die Untersuchung kann sowohl sitzend als auch im Patientenbett beliebig oft durchgeführt werden. Für die Untersuchung ist keine Narkose erforderlich, lediglich eine lokale Betäubung der Nasenschleimhäute. Die Dauer beträgt durchschnittlich 15 Minuten. Nach der anatomischen Beurteilung des Rachens, des Kehlkopfes und der Funktion des Speichelschluckens wird der Schluckakt in der Regel, mit verschiedenen Konsistenzen (flüssig, breiig, fest) und Portionsgrößen, nach einem standardisierten Protokoll geprüft und beurteilt

Multimodale Schmerztherapie im Alter

Schmerzen kommen im Alter in vielfältiger Form vor, akut, chronisch, nach Operationen, aber auch losgelöst von erkrankten Organen. Sie bedürfen einer genauen und aufwendigen Diagnostik sowie einer individuell angepassten Therapie. In der geriatrischen-neurogeriatrischen Abteilung im AKH Celle werden Sie von Ärzten und Therapeuten der verschiedensten Fachrichtungen untersucht und betreut. Zu unserem Kernteam der Abteilung gehören Neurologen, Anästhesisten, Neurochirurgen, Radiologen, Psychiater, Psychotherapeuten sowie Ergo- und Physiotherapeuten.

Ziele einer multimodalen Behandlung im körperlichen Bereich sind die Steigerung von Fitness, Belastungskapazität, Koordination und Körperwahrnehmung sowie eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität und Schmerzdauer mit dem Ziele einer kompletten Schmerzfreiheit

Multimodale Schmerztherapie im Alter

Schmerzen kommen im Alter in vielfältiger Form vor, akut, chronisch, nach Operationen, aber auch losgelöst von erkrankten Organen. Sie bedürfen einer genauen und aufwendigen Diagnostik sowie einer individuell angepassten Therapie. In der geriatrischen-neurogeriatrischen Abteilung im AKH Celle werden Sie von Ärzten und Therapeuten der verschiedensten Fachrichtungen untersucht und betreut. Zu unserem Kernteam der Abteilung gehören Neurologen, Anästhesisten, Neurochirurgen, Radiologen, Psychiater, Psychotherapeuten sowie Ergo- und Physiotherapeuten.

Ziele einer multimodalen Behandlung im körperlichen Bereich sind die Steigerung von Fitness, Belastungskapazität, Koordination und Körperwahrnehmung sowie eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität und Schmerzdauer mit dem Ziele einer kompletten Schmerzfreiheit.

Unsere Therapieformen

Physiotherapie

  • das Erlernen eines neuen Bewegungsverhaltens
  • das Steigern körperlicher Aktivitäten
  • die Verminderung von Bewegungsangst
  • das Durchführen einer aktiven Bewältigungsstrategie (z.B. durch Information und Beratung). Dazu gehört die Einbeziehung nahestehender Personen, um diese aktiv am Therapieprozess zu beteiligen.

Faszientraining

  • Dehnen (Dehnübungen) - verbessert die mechanischen Eigenschaften der Faszie
  • Federn (Hüpfen, Schwingen) - erhöht die elastische Speicherkapazität
  • Spüren (Körperwahrnehmung schulen) - regt den Bewegungssinn und die Tiefensensibilität an
  • Beleben (Selbstmassage mit Tennis-, Gummi- oder Faszienbälle oder Rollen) - regeneriert das Gewebe durch Flüssigkeitsaustausch

Gerätetraining

Das Gerätetraining wird bei Gesunden vorbeugend und bei Patienten heilend eingesetzt, um Ausdauer und Koordination zu verbessern sowie die Muskelkraft zu erhöhen,

zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei Schmerz sowie zur Steigerung von Muskelmasse und Muskelkraft u.a. mit gelenkschützender Funktion.

Massage

Die Fähigkeit zur Entspannung, um erhöhte Gewebswiderstände in Muskulatur und Haut herabzusetzen und die Durchblutung zu fördern. Häufig werden erst hierdurch Aktivität und Selbstständigkeit im Alltag möglich.

Triggerpunktmassage

Triggerpunkte sind umschriebene Bereiche innerhalb eines Muskels. Sie lassen sich als derbe ein bis drei Zentimeter große Knoten tasten. Von diesen Verhärtungen aus können auf Druck die dem Patienten bekannten Schmerzen (Symptome) ausgelöst werden (to trigger = auslösen).

Jedem Triggerpunkt ist ein bestimmter Körperabschnitt zugeordnet. Die Schmerzausstrahlung wird nicht immer nur als Muskelschmerz wahrgenommen, sondern beispielsweise als Zahnschmerz, Sehstörungen, Schwindel, Koordinationsstörungen oder Übelkeit.

Elektrotherapie

Das TENS-Verfahren (Transcutane = elektrische Nervenstimulation) wird insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen angewandt. Es werden Nervenzellen im Rückenmark angeregt, damit sie die körpereigene Schmerzhemmung beeinflussen und so die Fortleitung des Schmerzes verhindern (Schmerztor schließen).

Tapen

Muskelanlagen: zur Schmerzlinderung, Tonusregulierung, verbessern der Belastbarkeit

Ligamenttechniken: zum Entlasten der Bänder

Faszientechniken: zum Lösen von Verklebungen der Gewebe (Adhäsionen)

Korrekturanlagen: z.B. bei Fehlstellung der Kniescheibe (Patella)

Lymphanlagen: bei Störungen des Lymphabflusses

Kunsttherapie

In der Kunsttherapie wird die Entspannungsfähigkeit und Stressbewältigungskompetenz des Patienten durch verlässliche Sicherheit im Tun, einen geschützten und unterstützenden Rahmen, sowie eine strukturierte Arbeitsweise, z.B. an Motivvorlagen, gefördert.Die kreative Tätigkeit ermöglicht ein Abwenden vom Schmerzempfinden auf vorhandene Interessen und Ressourcen. Das Schmerzempfinden wird im subjektiven Erleben reduziert.

Musiktherapie

Innerhalb der Musiktherapie können verschiedene evidenzbasierte Konzepte zur Anwendung kommen:

Rezeptiver Einsatz von Musik (Konzept nach Spintge, 1983). Hierbei wird sogenannte medicofunktionale Musik aus dem Bereich Naturklang, New Age, Minimal Music etc. eingesetzt - Musik ohne betont rhythmische Struktur für Patienten mit chronischem Schmerz. Das Hören des gemeinsam mit dem Patienten entwickelten Musikprogramms soll als Hilfe zur Selbsthilfe in das tägliche Leben des Patienten eingebunden werden.

Aktive Musiktherapie bei akuten und chronischen Schmerzen. Hierbei steht die Arbeit an der emotionalen Komponente chronischer Schmerzen (Schmerz-Spannungszirkel) im Mittelpunkt. Therapieziele sind hier die Reduktion der psychischen Belastung sowie die Verringerung von Schmerzstärke und Schmerzqualität.

Psychoedukation

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist eine ausführliche Information und Schulung der Patienten (Psychoedukation), die über die biologischen, psychologischen und sozialen Hintergründe des Schmerzes informiert. Auf diese Weise sollen die Betroffenen allmählich erkennen, dass nicht nur körperliche Faktoren, sondern auch psychische und soziale Aspekte die Schmerzsymptomatik beeinflussen – und dass sie solche Faktoren durch gezielte Veränderungen selbst beeinflussen können.

Psychotherapie

Psychotherapie hat sich als eine effektive Behandlungsmethode bei chronischen Schmerzen erwiesen. Sie kann sowohl das Erleben der Schmerzen verringern als auch die Lebensqualität verbessern. Die Wirksamkeit liegt dabei im mittleren Bereich – die Effekte sind hier also im Durchschnitt etwas geringer als beispielsweise bei der Therapie von Angststörungen oder Depressionen. Im Rahmen einer stationären multimodalen Schmerztherapie kommt in der Regel die kognitive Verhaltenstherapie zum Einsatz. Zu Beginn der Therapie werden - nach einer entsprechenden Psychoedukation - zunächst gemeinsam mit dem Patienten die Ziele der Therapie definiert. Dabei steht häufig die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. Ziel ist es, die Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Entspannungsverfahren

Ein weiteres Element der Therapie sind Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training, Meditation oder Biofeedback. Durch die Schmerzen und die damit verbundene Anspannung haben viele Betroffene eine erhöhte Muskelspannung, die durch die Entspannungsverfahren verringert werden kann. Dies kann wiederum zu einer Abnahme der Schmerzen führen.

Aktivitätsaufbau und Sport

In der Therapie wird angestrebt, dass die Patienten wieder körperlich aktiver werden und bisher vermiedene Aktivitäten allmählich wieder aufnehmen. Dazu sollte auch eine regelmäßige sportliche Aktivität gehören. Sie kann die durch Schonung geschwächte Muskulatur wieder kräftigen, verkürzte Muskeln dehnen und die Körperhaltung und Koordinationsfähigkeit verbessern. Gleichzeitig führt sie auch zur Ausschüttung von Endorphinen, welche die Schmerzen hemmen.

Außerdem können die Betroffenen so wieder vielfältigere und positive Erfahrungen machen, anstatt sich nur noch mit ihren Schmerzen zu beschäftigen. Sie sollten dabei Sportarten wählen, die ihnen Spaß machen und die sie trotz der Schmerzen als angenehm empfinden. Geeignete Sportarten sind häufig Radfahren, Schwimmen oder Walking.

Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Patienten ein Gleichgewicht zwischen Aktivitäten und Ruhephasen erreichen und so Überlastungen vermeiden. Dies ist vor allem bei Migränepatienten wichtig.

Ziele einer multimodalen Schmerztherapie

  • die Alltagstätigkeiten wiederaufnehmen
  • die körperlichen Schwächen abbauen
  • die Bewegungsangst verringern
  • das Risikoverhalten verändern - z.B. Schonverhalten, Durchhalteverhalten
  • zu gesundheitssportlicher Aktivität im Alltag hinführen

Schmerztherapie im Rahmen einer neurogeriatrischen Komplexbehandlung

Die neurogeriatrische Abteilung im AKH Celle bietet im Rahmen einer stationären geriatrischen Komplexbehandlung bei entsprechender Indikation diese multimodale Schmerztherapie an. Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer neurogeriatrischen Komplexbehandlung mit einer entsprechenden Hauptdiagnose wie u.a. Gangstörungen mit ausgeprägten Schmerzen bei Erkrankungen wie zum Beispiel M. Parkinson, Multiple Sklerose, Polyneuropathie, Spinalkanalstenosen, Z.n. Hüftoperationen etc. . Eine stationäre Aufnahme alleine aufgrund von Schmerzen ist daher nicht möglich.

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