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Klinik für Urologie und Kinderurologie

Erkrankungen & Therapien

Die urologische Behandlung erstreckt sich auf eine Vielzahl von Erkrankungen. 

Viele davon können sowohl Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.

Die häufigsten Erkrankungen haben wir Ihnen in den einzelnen Untersektionen dargestellt. Bei den gutartigen Erkrankungen liegt die Steintherapie von Harnleiter und Nierensteinen in der Häufigkeit weit vorne. Speziell bei Männern ist die gutartige Vergrößerung der Prostata, die sogenannte benigne Prostatahyperplasie, mit den begleitenden Symptomen eine sehr häufige Erkrankung. 

Bei den bösartigen Erkrankungen ist das Prostatakarzinom bei Männern mit einem Alter über 60 Jahren der häufigste Krebs. An zweiter Stelle der urologischen Krebserkrankungen steht der Blasenkrebs. Direkt darauf folgend steht an dritter Stelle das Nierenzellkarzinom.

Harnleiter und Nierensteine

Ursachen und Beschwerden

Insgesamt nimmt die Häufigkeit von Nieren- und Harnleitersteinen in Deutschland zu. Den aktuellen Statistiken nach wird jeder 20. Bundesbürger im Laufe seines Lebens an einem Stein im Bereich der Nieren oder des Harnleiter erkranken. Meistens ist es schwierig, eine klare Ursache für die Bildung des Steines zu finden, allerdings sind zu geringe Mengen an Flüssigkeitsaufnahme oder Fehler in der Ernährung mögliche Ursachen. Ebenfalls können Erkrankungen wie z.B. Gicht zum Auftreten von Harnsteinen führen.

Sollten die Steine in der Niere liegen, machen sie meistens keine Beschwerden und werden nur zufällig im Ultraschall oder CT entdeckt. Wenn jedoch ein Stein aus dem Nierenbecken in den Harnleiter gelangt, kann dies zu extremen Schmerzen mit Koliken führen. Dies ist die Folge der Urinstauung über dem den Harnleiter verlegenden Stein.

Diagnose und Therapie

Häufig kann man schon im Ultraschall eine Harnstauung der Niere erkennen. Außerdem wird im Urinschnelltest meistens eine geringe Beimengung an Blut gefunden, die bedingt durch den Stein ist. Letztendlich wird der Stein meistens durch die Darstellung in der Computertomographie nachgewiesen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass nach der Darstellung von der Lage und der Größe des Steines eine individuelle Therapieplanung gemacht werden kann. 

Therapie

Die Entfernung der Steine und somit die Herstellung einer kompletten Beschwerdefreiheit ist das oberste Ziel der Therapie. Hierfür können verschiedene Techniken in Abhängigkeit von der Steingröße und Lage angewandt werden. 

Im AKH Celle wenden wir die modernsten am Markt verfügbaren Instrumente wie z.B. für die Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie) mit flexiblen und starren Geräten an. Mit Hilfe dieser Geräte, die nur wenige Millimeter durchmessen, können Harnleiter und Nierenbecken endoskopisch beurteilt werden. Als Zugang wird die Harnröhre verwandt, so dass keine Narben durch diese OP verbleiben. Die Steine werden dann entweder mittels einer kleinen Schlinge aus dem Harnleiter extrahiert oder durch die Hilfe eines Lasers zerkleinert und dann entnommen. Bei größeren Steinen ist gegebenenfalls die Entfernung über einen Zugang zum Nierenbecken von der Flanke notwendig. Dieses Verfahren wird PNL (perkutane Nephrolitholapaxie) genannt. Hierbei werden die Steine mechanisch oder mittels Lasersonden zerkleinert und entfernt. Hier in Celle wird zur Durchführung der PNL ein sogenanntes Mini-PNL Instrumentarium verwandt, das besonders schonend ist.

Benigne Prostatahyperplasie

Ursachen und Beschwerden

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die bei der Hälfte aller Männer über 60 Jahren auftritt. Bei einem Teil der Patienten kommt es durch diese Vergrößerung zum Auftreten von Beschwerden. Meistens ist eine Mischung aus verschiedenen Beschwerden vorhanden. Durch die Vergrößerung der Prostata kommt es zu einer Abschwächung des Harnstrahls und dadurch bedingt zur unvollständigen Entleerung der Blase. Es bleibt nach dem Wasserlassen ein sogenannter Restharn zurück. Häufiges Wasserlassen, Stottern des Harnstrahls, das Gefühl von Restharn und auch nächtliches Wasserlassen können weitere Symptome einer BPH sein. Insgesamt sind hiervon circa 20 Prozent der über 60jährigen Männer betroffen.

Diagnostik und Therapie

Zur Objektivierung der Beschwerden kann ein Fragebogen, der sogenannte International Prostatic Symptome Score (IPSS) angewandt werden. Hiermit wird die Ausprägung der Beschwerden gemessen. Zusätzlich sollte mit einer sogenannten Uroflow-Messung die Stärke des Harnstrahls bestimmt werden und eine Ultraschalluntersuchung zur Bestimmung des Restharns durchgeführt werden. Bei einer Untersuchung der Prostata mittels digital rektaler Untersuchung sollten Auffälligkeiten, v.a. Knoten der Prostata ausgeschlossen werden. Zusätzlich kann eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert) durchgeführt werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass andere Erkrankungen, die ebenfalls ein Beschwerdebild wie die BPH auslösen können, ausgeschlossen werden.

Therapie

Ob eine operative oder medikamentöse Therapie durchgeführt wird hängt von der Schwere der Beschwerden und weiteren Faktoren ab.

Für die medikamentöse Therapie stehen inzwischen unterschiedliche Medikamente zu Verfügung, die auch kombiniert werden können. Insgesamt ist häufig mit der medikamentösen Therapie eine Verbesserung der Beschwerden möglich. Sollte es hierunter aber nicht zu einer Besserung oder weiteren Verschlechterung kommen, kann eine Operation nötig sein.

Für die Therapie der gutartigen Vergrößerung der Prostata stehen Ihnen am AKH Celle alle modernen Methoden zu Verfügung. Wir bieten Ihnen die klassische Ausschälung der Prostata mit der elektrischen Schlinge durch die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P) an.  Dieses Verfahren ist gerade bei Prostatagrößen im unteren Bereich immer noch das Mittel der Wahl. 

Alternativ bieten wir Ihnen  die Laser Resektion mittels Holmium-Laser an.

Als eines der wenigen Zentren im norddeutschen Raum haben wir die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) als eine Standardtherapie bei gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) etabliert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Möglichkeit auch sehr große Drüsen über die Harnröhre und nicht mit einem Bauchschnitt zu behandeln.  

Die Laseroperation hat gegenüber der klassischen Resektion mittels der elektrischen Schlinge den Vorteil, dass sie zu weniger Blutverlust führt. Zudem ist sie nicht durch die Größe der Prostata limitiert. Auch unter der Einnahme von Aspirin kann die Laserresektion problemlos durchgeführt werden. Der Gewebeabtrag ist mindestens genauso umfassend, wie dies beispielsweise mit der elektrischen Schlinge möglich ist. Dies spiegelt sich auch in der sehr geringen Rezidiv-Quote nach Holmium-Laser OP wieder. Die Effektivität der HoLEP ist durch zahlreiche internationale Studien belegt und diese wird von den Fachgesellschaften bei ausgeprägter Prostatavergrößerung empfohlen.

Prostatakarzinom

Allgemeines

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes. Im Jahr 2010 erkrankten in Deutschland circa 66.000 Patienten an einem Prostatakarzinom.

Diagnose und Therapie Diagnostik

Zur Diagnostik des Prostatakarzinoms ist unter anderem die Bestimmung des Prostata-spezifischen-Antigens (PSA) im Blut wichtig. Obwohl in letzter Zeit Diskussionen über die Relevanz dieses Markers entstanden sind, ist das PSA einer der wichtigsten Marker zur Früherkennung des Prostatakarzinoms. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt diese Früherkennungsuntersuchung inklusive Bestimmung des PSA-Wertes bereits ab dem 40. Lebensjahr. Zusätzlich ist die digital rektale Untersuchung der Prostata im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung wichtig. Sollte ein suspekter PSA Wert oder eine Auffälligkeit in der rektalen Untersuchung auffallen, so ist der nächste Schritt eine Abklärung mittels einer Biopsie der Prostata, die ultraschallgesteuert durch den Enddarm entnommen wird. Weitere Informationen kann z.B. auch ein transrektaler Ultraschall oder bei speziellen Fragestellung MRT der Prostata liefern.

Therapie

Sollte im Rahmen der Biopsie ein Prostatakarzinom diagnostiziert worden sein, muss die weitere Therapie diskutiert werden. Es gibt zur Therapie des lokalisierten Prostatakarzinoms eine große Anzahl an möglichen Optionen. Ob eine Operation, Bestrahlung, Hormontherapie oder eine aktive Überwachung in Frage kommt, hängt vom Patientenalter, den Nebenerkrankungen und auch den Kriterien des Tumors ab. Hier spielt z.B. die Aggressivität (Gleason Score) und die Ausdehnung des Tumors in den Biopsien eine Rolle. Zusätzlich ist auch die Höhe des PSA Wertes maßgeblich und falls erforderlich die Ergebnisse der sogenannten „Staging“- Untersuchungen (CT des Bauchraumes und Knochenszintigraphie). 

Selbstverständlich findet die Therapie in unserer Klinik stadiengerecht entsprechend der S3 Leitlinie zum Prostatakarzinom statt und es wird großes Gewicht auf die Miteinbeziehung und Aufklärung der Patienten zum weiteren Vorgehen gelegt. In einem ausführlichen Gespräch entscheiden wir mit Ihnen zusammen, welche Therapie in Frage kommt. 

Sollte die Entscheidung zur Operation gefällt worden sein, so wird unserer Klinik die offene chirurgische Entfernung der Prostata durchgeführt. Hierbei wird unter lupenmikroskopischer Vergrößerung die Prostata entfernt und wenn möglich zur Schonung der Potenz eine Nerverhaltung durchgeführt. Die für die Potenz zuständigen Nerven verlaufen im Bereich der Prostatakapsel und können, falls der Tumor dies zulässt, bei der Operation geschont werden, damit die Erektionsfähigkeit erhalten bleibt. Größtes Augenmerk wird zusätzlich auf die Erhaltung des Schliessmuskels gelegt, der für die postoperative Kontinenz verantwortlich ist.

Blasenkrebs

Allgemeines

Insgesamt macht der Anteil von Blasentumoren circa 3 % aller Tumoren aus. Die allermeisten der Blasentumoren entspringen der Schleimhaut der Blase, dem sogenannten Urothel. Insgesamt haben wir in Deutschland circa 25.000 Neuerkrankungen an Blasenkrebs pro Jahr. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Man weiß heutzutage, dass ein klarer Risikofaktor für das Auftreten eines Blasentumors das Rauchen ist.

Diagnose und Therapie

Häufig fällt ein Blasentumor durch eine schmerzlose Beimengung von Blut im Urin auf. Meistens ist bei der Entdeckung des Blasentumors dieser noch auf die Oberfläche der Blase beschränkt. Dann ist eine Therapie dieses Tumors durch die Harnröhre (endoskopisch) und unter Erhalt der Blase möglich. 

Seltener ist allerdings der Tumor schon in die Muskulatur der Harnblase eingedrungen. Ist dies der Fall, muss der Tumor mitsamt der Blase entfernt werden.

Die wichtigste Untersuchungsmethode zur Diagnose eines Tumors innerhalb der Harnblase ist die Blasenspiegelung. Hier wird nach Einführen einer Kamera durch die Harnröhre die Blase über einen Monitor beurteilt.

Therapie

Wird in der Blasenspiegelung ein Tumor nachgewiesen, wird eine  transurethrale Resektion des Tumors (eine Entfernung mittels elektrischer Schlinge durch die Harnröhre) durchgeführt werden. 

Das weitere Vorgehen hängt dann von der Tumoraggressivität und der Ausdehnung ab.  Insgesamt gibt es bei den Blasentumoren eine Neigung zu einem Wiederauftreten. Deshalb ist es nötig in regelmäßigen Abständen eine erneute Blasenspiegelung durchzuführen, um ein Wiederauftreten des Tumors rechtzeitig zu erkennen. 

Um die Rückfallrate möglichst gering zu halten ist es nötig bei der Resektion wirklich alle Tumoren zu erkennen und zu entfernen. Es gibt hierfür eine neue Technik, bei der Tumoren mittels eines vor der OP in die Blase applizierten Medikamentes zum Leuchten gebracht werden - die sogenannte Fluoreszenzzystoskopie. Mittels dieser Technik, die wir routinemäßig, wenn Sie von Vorteil ist, anbieten, sinkt die Gefahr eines Rückfalls und auch das Risiko, an einem Blasenkrebs zu sterben.

Nierenzellkarzinom

Allgemeines

Das Nierenzellkarzinom tritt meistens erst ab dem Alter von 40 Jahren auf und wird mit höherem Alter etwas häufiger. Meistens wird ein Nierentumor heutzutage zufallsbefundlich im Rahmen einer Ultraschall- oder anderweitigen bildgebenden Untersuchung entdeckt.

Diagnose und Therapie

Sollte der Verdacht auf einen Nierentumor vorliegen, so sollten an weiteren Untersuchungen eine CT oder MRT des Bauchraums und ggf. noch der Lunge durchgeführt werden. Hierdurch kann eine Absiedelung des Tumors ausgeschlossen werden und die Ausdehnung beurteilt werden.

Therapie

Für den Fall, dass ein Nierentumor in der Bildgebung bestätigt wurde, ist eine operative Entfernung des Tumors am ehesten angezeigt. In Abhängigkeit von der Grösse und der Lokalisation des Tumors in der Niere ist entweder eine nierenerhaltende Operation möglich oder eine Entfernung der Niere mitsamt des Tumors nötig. Wir bieten sowohl die laparoskopische (Schlüsselloch) OP, als auch eine OP mit einem Schnitt an. Welches Verfahren am besten angewandt wird, muss im Einzelfall beschlossen werden. Oberstes Ziel ist aber immer, die betroffene Niere wenn möglich zu erhalten und nur den Tumor zu entfernen.

Je nach Aggressivität und Ausdehnung des Tumors sollte dann eine weitere Nachsorge durchgeführt werden. 

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