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KRANKENHAUSAPOTHEKE

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Die qualitativ hochwertige Therapie der Patienten mit Arzneimitteln im Krankenhaus ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Behandlung. Dazu trägt unsere Krankenhausapotheke auf vielfältige Weise bei.

Unsere primäre Aufgabe ist die zeitnahe und wirtschaftliche Versorgung unserer Patienten von insgesamt zwei Krankenhäusern und 1 Rettungsdienst mit Arzneimitteln und Medizinprodukten. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Arzneimittelkommissionen werden die Arzneimittel zusammen mit den Chefärzten der Kliniken nach Qualitäts- und Kostengesichtspunkten besprochen und in einer hauseigenen Arzneimittelliste zusammengestellt.

Den größten Teil dieser Arzneimittel beziehen wir direkt vom pharmazeutischen Hersteller. Für einige besonders komplexe oder schwierig zu behandelnde Erkrankungen, bzw. für den Einsatz spezieller Dosierungen, stellen wir jedoch die gewünschten Arzneimittel selbst her. Beispiele sind:

  • die zentrale, patientenindividuelle Zubereitung von Zytostatika- und Antikörper-Lösungen. Zunächst überprüfen wir die Chemotherapie-Pläne unserer Patienten auf Plausibilität und Kompatibilität. Jeder Patient erhält eine auf sein/seine Körpergewicht/ -oberfläche berechnete individuell dosierte Rezeptur. Dazu werden unter Beachtung strenger Schutzmaßnahmen für das Personal und das Produkt die angeforderten Arzneimittel – jährlich etwa 5.000 – aseptisch hergestellt. Im Rahmen regelmäßiger Schulungen informieren Apotheker die Ärzte und das Pflegepersonal der onkologischen Stationen und Ambulanzen über den sicheren Umgang mit Zytostatika. Durch diese Vorgehensweise wird für unsere Patienten ein höchst mögliches Maß an Arzneimittelsicherheit erreicht.
  • weitere sterile Individualrezepturen, u. a. Hydratationslösungen für onkologische Patienten, Antibiotikalösungen für Früh- und Neugeborene und Schmerzpumpen für postoperative Patienten mit großen chirurgischen Eingriffen.
  • für unsere kleinen Patienten speziell dosierte Säfte oder Kapseln.
  • im Rahmen dermatologischer Konsile verschiedene speziell zusammengesetzte externe Arzneimittel.

Insgesamt hält die Apotheke eine ausreichende Menge an ca. 1.300 Arzneimitteln vorrätig, die dem Durchschnittsbedarf von 2 Wochen entspricht. Jährlich sind dabei ca. 130.000  Anforderungspositionen zu bearbeiten, um rund 26.000 Patienten mit den benötigten Arzneimitteln und Medizinprodukten zu versorgen.

Daneben halten wir verschiedene  Notfallpräparate vorrätig, u. a. zur Therapie von Vergiftungen, von schweren bakteriellen Infektionen oder zur Prophylaxe viraler Erkrankungen. Außerdem dokumentieren wir die Lagerung und Abgabe von chargendokumentations-pflichtigen Blutprodukten.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Beratung und Unterstützung der Ärzte und des Pflegepersonals zum sicheren und wirtschaftlichen Einsatz von Arzneimitteln. Dabei können wir zeitnah und zuverlässig Informationen, z. B. zu deren Indikationen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und zur Applikation, aus nationalen und internationalen Datenbanken abrufen. Bestimmte für den täglichen Stationsalltag wichtige Arzneimittelinformationen werden regelmäßig aktualisiert und über eine hausinterne Datenbank zur Verfügung gestellt. Zusammen mit den Ärzten erstellen wir Therapieempfehlungen zu verschiedenen Indikationsbereichen, u. a. für die hauseigene Antibiotika- und Schmerztherapie sowie für den Einsatz künstlicher Ernährungslösungen.

Seit April 2006 haben wir im AKH Celle als neue patienten-individuelle Dienstleistung Arzneimittel-Anamnesen für elektive unfallchirurgische Patienten eingeführt. Ziele dieser Beratung sind eine verbesserte Arzneimittelversorgung, eine erhöhte Patienten- und Therapiesicherheit und eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Apothekern, Ärzten und Pflegepersonal an der Schnittstelle „ambulant – stationär“.

Unser Beratungsgespräch umfasst folgende Aufgaben:

  • die Überprüfung der aktuellen Medikation auf Plausibilität (u. a. Dosierung, Einnahmezeitpunkt, Doppelverordnungen),
  • die Anpassung der aktuellen Medikation auf geeignete Austauschmedikamente der Hausliste (aut item und aut simile) unter entsprechender Dosisanpassung (vorrätige Medikamente mit nachgewiesener klinischer Wirksamkeit werden später beim Großhandel bestellt)
  • eine Nachfrage nach Unverträglichkeiten/Allergien, Compliance, Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum.

Diese Informationen werden in einem Dokumentationsbogen erfasst, der während der vorstationären Aufnahmegespräche den ärztlichen Kollegen zur Verfügung steht und später in der Krankenakte abgelegt wird. Sie sind Grundlage der Medikation während des stationären Aufenthaltes. Die Patienten erhalten einen Flyer mit den wichtigsten Informationen des Beratungsgespräches.

Außerdem hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung einer Krankenhausapothekerin eine Empfehlung zum perioperativen Umgang mit vorbestehender Dauermedikation erarbeitet. Diese beinhaltet eine Liste mit Arzneistoffen, die vor einer Operation abgesetzt werden sollten oder eine besonders sorgfältige operative Nachbeobachtung erfordern.

Eine zusätzliche Dienstleistung ist das persönliche Gespräch mit Patienten mit geplanter oder bereits erfolgter Splenektomie. Diese Gespräche umfassen die  Bedeutung von Impfungen und die Vorgehensweise in besonderen Situationen, z. B. während Auslandsreisen oder bei Tier- und Zeckenbissen. Im Rahmen dieser Beratung erhalten die Patienten einen Notfallausweis „Asplenie“mit ihren persönlichen Daten, einem Impfplan und Angaben zur Notfallantibiotikatherapie und eine schriftliche Zusammenfassung mit den wichtigsten Informationen des Gespräches.

Unsere Apotheke ist von der Apothekerkammer Niedersachsen als Weiterbildungsstätte für Klinische Pharmazie anerkannt. Wir bilden Pharmazie-Praktikanten und PKA-Azubis aus und sind am Unterricht an der Krankenpflege- und an der Hebammenschule des AKH beteiligt. Wir erweitern dieses Dienstleistungsangebot durch hausinterne und regionale Fortbildungen, z. B. zum Umgang mit Zytostatika, mit Inhalationssystemen bei Asthma/COPD, mit Portsystemen und zu verschiedenen Themen aus dem Bereich „Klinische Ernährung“.

Last but not least kontrollieren wir im Rahmen der Qualitätssicherung die Zusammensetzung von Arzneimitteln mit modernen Analysegeräten und überprüfen die Arzneimittelvorräte auf den Stationen und Funktionseinheiten der von uns versorgten Krankenhäuser. Wir dokumentieren Rückrufe von den pharmazeutischen Herstellern und sorgen für eine zeitnahe Entfernung betroffener Arzneimittel von den Stationen.

Um die Arbeit am Patienten zu unterstützen, entwickelt die Apotheke Informationen zu Arzneimitteln über: 

  • Teilbarkeit von Tabletten oder Anwendung über Ernährungssonden
  • Einnahmehinweise zu Arzneimitteln
  • Therapieleitlinien zu verschiedenen Indikationsbereichen
  • Vergleichbarkeit verschiedener Wirkstoffe einer Substanzgruppe

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Ansprechpartner Dr. rer.nat. Bernard Usselmann

Ansprechpartner

Leitender Apotheker

Dr. rer.nat. Bernard Usselmann Tel.: 05141 72-1095 Fax: 05141 72-1098 oder 05141 72-1094