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Neurologische Klinik

Leistungsspektrum

Die Neuurologische Klinik ist mit 63 Betten und über 2.800 stationären Fällen eine der großen neurologischen Akut-Kliniken Norddeutschlands. Am 01.09.2003 hat Herr Prof. Heide, von der Universität Lübeck kommend, die Leitung dieser Klinik übernehmen. Die Neurologische Klinik hat seitdem die Fallzahlen nahezu verdoppelt und die Stroke Unit von 4 auf jetzt 10 Betten erweitert sowie von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft die Zertifizierung als überregionale Stroke Unit seit 2009 erhalten. Entsprechend ist die Schlaganfall-Medizin der Hauptschwerpunkt, die Stroke Unit steht seit 2012 unter der oberärztlichen Leitung von Herrn Dr. B. Harting. In Kooperation mit der radiologischen Abteilung bietet die Neurologische Klinik alle Möglichkeiten der Akut-Diagnostik auch notfallmäßig an (inklusive MRT und Angiographie) und führt neben den intravenösen Lysetherapien als Standard bei Verschlüssen großer proximaler Hirnarterien mit Herrn Dr. R. Glombik (Leiter der interventionellen Radiologie) notfallmäßig Gefäßrekanalisationen mittels Stent-gestützter Thrombektomie durch. Die Ergebnisse dieses Verfahrens sind bei diesen ausgewählten Patienten nach einer kontrollierten retrospektiven Analyse unseres Zentrums signifikant besser als mit der intravenösen Lysetherapie, sie wurden im Rahmen eines Dissertationsprojektes evaluiert. Bei akuten intracraniellen Blutungen stehen unsere neurochirurgischen Kollegen der Abteilung Neurotraumatologie (Chefarzt Prof. Dr. E. Rickels) rund um die Uhr nicht nur für Entlastungskraniotomien zur Verfügung, sondern auch für die Versorgung von Aneurysmablutungen, die entweder interventionell durch Herrn Dr. Glombik mittels Coiling oder neurochirurgisch durch Herrn Prof. Rickels mittels Clipping durchgeführt wird. Im Rahmen unserer Stroke Unit haben wir die Möglichkeit, solche Patienten in einem Intermediate-Care-Setting zu überwachen. Bereits in der Akutphase bieten wir für schwerer betroffene Schlaganfall-Patienten, sowie auch für andere neurologische Akuterkrankungen, eine gut zweiwöchige neurologische Frührehabilitation in einem interdisziplinären Team an, mit fünf Stunden Therapie pro Tag, inklusive Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Schlucktherapie, aktivierender Pflege und Neuropsychologie. 

Patienten mit Carotisstenosen werden in unserem interdisziplinären Gefäßzentrum gemeinsam mit Herrn Dr. Glombik und den Gefäßchirurgen unter Leitung von Herrn Dr. U. Brune in der Gefäßkonferenz vorgestellt und die für den Patienten individuell sinnvollste Therapiemethode (operative Thromenterektomie, Stent-PTA, konservative Therapie) erarbeitet. Die Patienten werden nach dem Eingriff in festen Abständen neurologisch und duplex-sonographisch untersucht, um die Rate an Komplikationen und Restenosen zu ermitteln. Herr Dr. Harting bietet für Patienten mit Gefäßstenosen eine neurovaskuläre Sprechstunde an.

Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik ist die große neurophysiologische Abteilung unter Leitung des Oberarztes Herrn Dr. M. Eikenbusch, mit drei festen und einem mobilen EEG-Messplatz sowie Langzeit-EEG und Video-EEG, zwei Labors für Elektromyographie, Elektroneurographie und evozierte Potentiale und ein Labor zur Schwindeldiagnostik inklusive Elektronystagmographie. In den entsprechenden krankheitsbezogenen Schwerpunkten bieten wir eine umfassende Versorgung an: Dazu gehört die Epilepsie unter Leitung von Herrn Dr. M. Eikenbusch als zertifiziertem Epileptologen, wobei bei dekompensierten oder schwer einstellbaren Patienten auch eine zehntägige Epilepsie-Komplexbehandlung mit begleitender psychologischer und sozialmedizinischer Betreuung möglich ist. Ferner gehört dazu die Diagnostik und Therapie von neuromuskulären Erkrankungen, Polyneuropathien und peripheren Nervenläsionen sowie spinalen Wurzelläsionen sowie Muskelerkrankungen und Myasthenie. Für Myasthenie besteht eine besondere Expertise der Erstdiagnostik, inklusive spezifischer okulographischer Untersuchungen (Sakkaden-Belastungstests) für die Diagnose okuläre Myasthenien. Besondere Expertise besteht auch bei der Behandlung neuromuskulärer Patienten mit Ateminsuffizienz, in Kooperation mit unserer Pneumologischen Klinik (Chefarzt Dr. P. Hannemann) mit der Möglichkeit zur Lungenfunktionsdiagnostik und für nicht invasive Beatmung bzw. Heimbeatmung. Ferner besteht in Kooperation mit unserer internistischen Intensivstation (Chefarzt Prof. Dr. W. Terres) die Möglichkeit zum Plasmaaustausch/Plasmapharese bei Patienten mit akuten Polyneuroradikulititden oder dekompensierten Myasthenien. Herr Dr. Eikenbusch und Herr Prof. Heide bieten eine Sprechstunde an für Patienten mit Nervenläsionen oder neuromuskulären Erkrankungen, entweder im vorstationären Setting oder ambulant privat. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnose und Therapie von Patienten mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Dieses Gebiet war auch während der jahrzehntelangen Tätigkeit von Herrn Prof. Heide in den neurologischen Universitätskliniken Tübingen und Lübeck neben der Neurophysiologie sein Hauptschwerpunkt, sowohl klinisch als auch wissenschaftlich. Herr Prof. Heide hat in Lübeck eine überregional renomierte Schwindelambulanz aufgebaut und nach dem gleichen Muster am AKH Celle eine vorstationäre Schwindelsprechstunde etabliert. Ziel ist es, durch eine strukturierte Schwindelanamnese und gezielte ophthalmo-oto-neurologische Untersuchung inklusive Elektronystagmographie, Bestimmung der subjektiven Vertikalen etc. zu einer klaren Diagnose und Therapieempfehlung zu gelangen. Bei besonders gravierenden und akuten Schwindelsyndromen ist dies auch im Rahmen eines stationären Kurzaufenthaltes möglich, auch unsere Physiotherapeuten sind auf die Therapie vestibulärer Erkrankungen spezialisiert. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung der Parkinson-Erkrankungen und Bewegungsstörungen, unter oberärztlicher Leitung von Herrn Dr. med. O. Pape. Die Neurologische Klinik bietet neben einer vorstationären oder ambulant-privaten Sprechstunde eine stationäre Parkinson-Komplexbehandlung von ca. 2,5 Wochen Dauer an, während in einem umfassenden multimodalen Therapiekonzept mit intensiver Physiotherapie und Ergotherapie sowie Logopädie eine medikamentöse Umstellung bzw. Neueinstellung und Verbesserung der Parkinson-Symptomatik erreicht werden soll. Parallel kann bei Bedarf eine diagnostische Abklärung inklusive Bildgebung und Hirn-SPECT des präsynaptischen und postsynaptischen Dopamin-Stoffwechsels erfolgen. Bei Versagen der medikamentösen Therapie bietet die Neurologische Klinik auch invasive Behandlungsverfahren an, wie die Implantation einer Duodopa-Pumpe oder einer Apomorphin-Pumpe. Für die Implantation eines sogenannten Hirnschrittmachers (Tiefenhirnstimulation) wird mit den neurologischen Universitätskliniken des UKE Hamburg und des Universitätsklinikums Kiel zusammen gearbeitet.

Bei Dystonien, Blepharospasmus, Hemispasmus facialis und Spastik bieten wir die Injektionstherapie mit Botulinumtoxin an, im Rahmen eines stationären oder vorstationären Settings unter Federführung von Herrn Dr. M. Eikenbusch, falls erforderlich auch mit Hilfe der modernen Ultraschall- oder EMG-gestützten Techniken. Zur Lokalisationsdiagnostik von Nervenläsionen (z. B. bei Nervenengpass-Syndrom wie Carpaltunnel-Syndrom oder Sulcus-ulnaris-Syndrom) haben sich Herr Dr. Eikenbusch und Herr Dr. Pape auf die Technik der Nerven- und Muskelsonographie spezialisiert. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit MS oder anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems wie Borreliose etc. (Ansprechpartner Oberarzt K. Lindemann, Prof. Dr. W. Heide). Von der Erstdiagnostik bis zu symptomatischen Therapieverfahren wie Botulinumtoxin, intrathekale Triamcinolon-Injektionen oder die intrathekale Baclofen-Pumpe bei der Spastik-Therapie bieten wir alle dafür in Frage kommenden Leistungen an, inklusive einer differenzierten Liquor-Diagnostik mit Bestimmung spezifischer Antikörper-Indices und einer akuten Schubtherapie mittels Cortison-Infusionen, Plasmapherese oder Immunglobuline. 

Die Diagnostik und Behandlung von Demenzerkrankungen spielt in Anbetracht der demographischen Entwicklung eine immer größere Rolle und wird von unserer Klinik angeboten, insbesondere die frühe Diagnose und Klassifizierung der Demenzerkrankung, inklusive Liquor-Diagnostik und den verschiedenen Bildgebungstechniken sowie neuropsychologischen Untersuchungsverfahren. Eine besondere Rolle spielt die Diagnostik des Normaldruckhydrocephalus als Ursache von Gangstörungen, Inkontinenz und dementiellen Entwicklungen, mittels lumbaler Liquor-Entlastungspunktion oder, falls erforderlich, in Kooperation mit unseren Neurochirurgen der Liquor-Druckmessung und der Implantation eines ventrikulo-peritonealen Shunt-Systems. Auch für seltener behandelbare Demenzen, wie die Hashimoto-Enzephalopathie oder die entzündliche Variante der cerebralen Amyloidangiopathie besteht hinreichend Erfahrung bei unseren Fachärzten. Über die ehrenamtliche Celler Demenz Initiative e. V. (derzeitiger Vorsitzender Prof. Dr. W. Heide) engagieren wir uns auch außerhalb unserer Arbeitszeit für eine verbesserte Versorgung und Diagnostik von Demenzerkrankungen sowie entsprechende Aufklärung der Bevölkerung. Die jährlich im Oktober stattfindenden Demenz-Aktionstage finden großen Zuspruch. 

Last not least ist ein besonderer neuerer Schwerpunkt der Neurologischen Klinik das interdisziplinäre Celler Wirbelsäulenzentrum, das unter federführender Leitung der Neurotraumatologie/Neurochirurgie (Prof. Dr. E. Rickels) die Fachdisziplinen Neurochirurgie, Neurotraumatologie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Neurologie auf einer Station vereint und durch regelmäßige Fachkonferenzen und Röntgenbesprechungen einen interdisziplinären Austausch im Team ermöglicht. Auf diese Weise erhält der Patient die für ihn individuell notwendige Diagnostik und Einleitung einer Therapie mit Expertise dieser Fachdisziplinen „aus einer Hand“. Die Neurologie bearbeitet hier besonders die Diagnostik und konservative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen mit Nervenreizung oder Nervenschädigung, insbesondere Wurzelläsionen durch Bandscheibenvorfälle oder Spinalstenosen. Eine genaue Lokalisationsdiagnostik gelingt mit Hilfe der klinischen Neurophysiologie. Die operative Therapie wird durch die Neurotraumatologie durchgeführt und bei Unfallverletzungen in Kooperation mit der Unfallchirurgie. Als eine besondere Leistung des Wirbelsäulenzentrums bieten wir mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie an, einer 10-tägigen stationären Behandlung bei Patienten mit chronischem Schmerzsyndrom, bei denen die ambulante Therapie versagt hat, oder die einen Substanzfehlgebrauch, eine gravierende psychische oder gravierende somatische Begleiterkrankung aufweisen. Die Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team mit Ärzten aus Neurologie, Anästhesie, Neurochirurgie sowie Psychologin, Pain Nurse und Physiotherapie sowie Ergotherapie. Ziel ist es, für die folgende ambulante Schmerztherapie wegweisende und hilfreiche Impulse zu geben. 

Falls Sie Patienten haben, die für unser Leistungsspektrum in Frage kommen, können Sie die gerne auch zeitnahe in unserer vorstationären PSC-Sprechstunde bei Herrn Oberarzt Dr. Harting vorstellen, mit der Bitte um eine Therapieempfehlung oder um Veranlassung einer zeitnahen stationären Aufnahme. Die Terminvergabe für diese Sprechstunde erfolgt über Frau Stangenberg (Tel.: 05141 72-7133). Die Terminvergabe für die vorstationären Sprechstunden über Frau Djakovic (72-1414), die Terminvergabe für die Privatsprechstunde unter 72-1401. 

Bei fachlichen Rückfragen stehen Ihnen unsere Oberärzte und der Chefarzt jederzeit gern auch telefonisch über unsere Notfalltelefone zur Verfügung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die neurologische Begutachtung, bei der insbesondere Herr Dr. Eikenbusch (zertifizierter Gutachter der DGNB) und Herr Prof. Heide reichhaltige Erfahrungen aufweisen.

Leistungszahlen

  • 51 Betten
  • 2.610 Patienten wurden im Jahr 2014 behandelt
  • 6,44 Tage betrug die durchschnittliche stationäre Verweildauer im Jahr 2014

Weiterbildung

Der Chefarzt Prof. Heide besitzt die volle Weiterbildungsberechtigung für Neurologie (48 Monate) inklusive des intensivmedizinischen Teils. Die Weiterbildung erfolgt nach einem systematischen Weiterbildungscurriculum. Es ist uns sehr wichtig, Ihnen Kolleginnen und Kollegen, eine fachlich hervorragende Weiterbildung in einer menschlich angenehm-kollegialen Atmosphäre bei flachen Hierarchien anzubieten und dabei auch durch die planmäßigen Funktionsrotationen ausreichend Expertise in den neurophysiologischen und neurosonologischen Untersuchungsverfahren zu vermitteln, die auch den Erwerb der entsprechenden Zertifikate ermöglichen. 

Auch für Studenten im Praktischen Jahr bieten wir in der Neurologie ein eigenes Curriculum an mit 3 x 3 – 4 x wöchentlich stattfindenden theoretischen und praktischen Fortbildungen, Betreuung eigener Patienten, Angebot zum kostenlosen Besuch des neurologischen Jahreskongresses und auf Wunsch Durchführung eines Probeexamens.

Fortbildungen

Die Neurologische Klinik bietet wöchentlich, meist dienstags um 16:00 Uhr, ein neurologisches Fortbildungsseminar an, teilweise in Kooperation mit der Klinik für Kardiologie, in der alle wichtigen Themen der Neurologie anhand von Übersichten oder neuen Publikationen behandelt werden, mit internen und externen Referenten

Fortbildungsprogramm 2015

Forschung und Lehre

Als Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover bilden wir Studenten im Praktischen Jahr ihres Medizinstudiums nach festem oben skizzierten Weiterbildungscurriculum aus und den Lernzielen im Logbuch der MHH. Darüber hinaus beteiligt sich die Neurologische Klinik des AKH an der jährlich stattfindenden Clinical Summer School Neurologie Norddeutschland, bei der jeweils vier bis fünf Medizinstudenten im zweiten klinischen Abschnitt nach einem dreitägigen Unterrichtsblock in Lüneburg, dann zwei Tage an der Neurologischen Klinik des AKH Celle klinisch-praktisch unterrichtet werden. Weitere Lehrtätigkeiten bieten wir im Rahmen von Famulaturen und Hospitationstagen an. Der Chefarzt ist außerplanmäßiger Professor der Universität Lübeck und beteiligt sich dort an der Neurologie-Hauptvorlesung. Mit der MHH und umliegenden neurologischen Kliniken werden ein- oder mehrfach jährlich gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen abgehalten. 

Die Neurologische Klinik beteiligt sich regelmäßig an multizentrischen europaweiten Medikamenten-Studien, sie hat dafür eine zertifizierte Study nurse, mehrere erfahrene Prüfärzte mit GCP-Zertifikat. Umschriebene Projekte klinischer Forschung werden gemeinsam mit Doktoranden durchgeführt, wie z. B. der Vergleich der Stent-gestützten Thrombektomie und der herkömmlichen intravenösen RTPA-Lyse bei Hirninfarkten mit Verschlüssen proximaler Arterien (siehe oben). Der Chefarzt beteiligt sich ferner an Forschungsprojekten der Neurologischen Klinik der Universität zu Lübeck im Bereich Augenbewegungen, Raumorientierung und kognitive Neurologie und hat dort über Jahre regelmäßig publiziert. Er ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Fachgesellschaften und Gutachter bei verschiedenen nationalen und internationalen neurologischen Zeitschriften. Ferner ist er Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

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