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Das Beckenbodenzentrum des AKH Celle (BBZ)

Ursachen für eine Inkontinenz

Erkrankungen des Beckenbodens oder Senkungsleiden können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Etwa fünf bis acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an Inkontinenz. Das heißt, jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranken im Laufe des  Lebens an einer behandlungsbedürftigen Harninkontinenz. Doch nicht jeder sucht Hilfe: Aus Scham schweigen viele Betroffene und leiden dadurch unnötig ohne sich an einen Arzt zu wenden. Die Ursachen für eine Inkontinenz können sehr unterschiedlich sein und umfassen beispielsweise:

  • Voroperationen nach Blasen- und Prostatakarzinomen
  • Schwangerschaften
  • Übergewicht
  • Östrogenmangel
  • Neurologische Erkrankungen
  • erbliche Veranlagungen
  • Voroperationen z.B. im chirurgischen koloproktologischen oder gynäkologischen Bereich
  • u.v.m.

Welche Beschwerden können auftreten?

Am häufigsten treten folgende Beschwerden auf:

  • Störungen bei der Blasen- und Darmentleerung
  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • Beckenbodenschwäche mit Verlagerung der Harnblase, der Genitalorgane und des Darmes, zum Beispiel:

    • Zystozele (Ausbuchtung der Harnblase)
    • Rektozele (Ausbuchtung des Mastdarmes in die Scheide)
    • Enterozele (Eindellung des Mastdarmes durch anderen Darmabschnitt)
    • Gebärmutter- und Scheidenvorfall
    • Rektumintussuszeption (unvollständiger Mastdarmvorfall)
    • Rektumprolaps (vollständiger Mastdarmvorfall)

  • chronische Unterbauchschmerzen, Schmerzen im Damm- und Analbereich
  • Infektionen und Entzündungen im Dammbereich mit Abszessen und Fisteln
  • Chronische Scheidenentzündungen
  • Quälender Harn- und Stuhldrang

Im Fall der Harn- und Stuhlinkontinenz handelt es sich grundsätzlich um Erkrankungen von Männern und Frauen, bei denen der Beckenboden oder in der Region des kleinen Beckens liegende Organe und steuernde Nerven Schädigungen aufweisen, so dass die Schließfunktion von Blase oder Enddarm beeinträchtigt ist.

Diagnostik

Die Kenntnisse und Erfahrungen der beteiligten Fachleute auf dem Gebiet der Kontinenzproblematik sowie eine jeweils fachspezifische Funktionsdiagnostik und eine spezielle technische, apparative und personelle Ausstattung erlauben dem Beckenbodenzentrum des AKH Celle eine effektive Diagnostik von Beckenbodenerkrankungen.

Dazu gehören:

  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Urin- und Stuhldiagnostik
  • Beckenbodenultraschall (Endosonographie, Perinealsonographie und Introitussonographie)
  • Blasendruckmessung
  • Blasenspiegelung
  • Analkanal- und Mastdarmspiegelung (= Prokto- und Rektoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (= Koloskopie)
  • Analdruckmessung
  • Funktionelle Beckenboden-Kernspintomographie (MRT- Defäkographie)

Therapie

Beckenbodenerkrankungen und Inkontinenz haben ganz unterschiedliche Ursachen – entsprechend unterschiedlich sind die Therapiemöglichkeiten. Im Beckenbodenzentrum des AKH Celle arbeiten Spezialisten aus verschiedenen medizinischen und therapeutischen Fachrichtungen zusammen, die in gemeinsamen Fallbesprechungen den optimalen Therapieplan für jede einzelne Patientin bzw. n einzelnen Patienten erstellen.

Konservative Therapie

Bevor eine Operation in Erwägung gezogen wird, sollten zunächst alle konservativen Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen worden sein. Deshalb wirken in unserem Beckenbodenzentrum auch Physiotherapeutinnen, Psychotherapeutinnen und Ernährungsberaterinnen an dem bestmöglichen Behandlungserfolg mit.

Therapiemöglichkeiten:

  • Physiotherapie mit Beckenbodenschulung
  • Medikamentöse Therapie
  • Akupunktur
  • Pessartherapie
  • Elektrostimulation und Biofeedback
  • Ernährungstherapie
  • Stomatherapie
  • Gummiligaturbehandlung

Operative Therapie

Neben den klassischen Behandlungsmöglichkeiten bieten wir neue erprobte Methoden der minimal-invasiven und spannungsfreien rekonstruktiven Beckenbodenchirurgie an, die schonender und deutlich weniger belastend sind.

Weibliche Inkontinenz und Senkungsbeschwerden

  • Spannungsfreie Vaginalschlingen
  • Botox-Therapie
  • Vaginale, abdominale und minimal-invasive, laparoskopische Senkungsoperation
  • Netzgestützte Deszensuschirurgie
  • Supravesikale Harnableitung

Männliche Inkontinenz

  • Spannungsfreie Schlingen beim Mann
  • Künstlicher Harnröhrenschließmuskel beim Mann
  • Supravesikale Harnableitung

Chirurgische Enddarmerkrankungen

  • Operative Therapie des Hämorrhoidalleidens (Milligan-Morgan, Parks, Ferguson)
  • Chirurgische Therapie der Analfistel und Abszesse (Fistulotomie, Fistulektomie mit Mukosalappenplastik, Fistelanzügelung, operative Sanierung des Analabszesses)
  • Laparoskopische/Offene (Resektions)-Rektopexie bei Rektumprolaps
  • Anlage eines künstlichen Darmausganges

Weitere Serviceleistungen

Um umfassend über die Themen Inkontinenz und Senkungsbeschwerden aufzuklären und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten vorzustellen, veranstalten wir regelmäßig Info-Abende. Dabei vermitteln wir Patientinnen und Patienten die Notwendigkeit, sich kompetente medizinische Beratung einzuholen.

  • Flyer / Übungsanleitung „Beckenbodentraining“ (demnächst)
  • Kontinenzberatung nach telefonischer bzw. persönlicher Absprache (Ansprechpartnerin: Kerstin Kucz, Telefon 05141 72-6056)
  • Ziele der Kontinenzberatung:

    • Wiederherstellung der Kontinenz
    • Erhaltung der Lebensqualität
    • Aufklärungsarbeit
    • Enttabuisierung

  • Leistungen der Kontinenzberatung:

    • Information und Beratung bei Harn- und Stuhlinkontinenz
    • Genaue Erfassung und Beschreibung der Beschwerden
    • Kostenorientierte- und produktneutrale Hilfsmittelberatung
    • Anpassung der Hilfsmittel an die jeweilige Situation
    • Anleitung der Selbstversorgung auch zu Hause
    • Bereitstellung schriftlichen Informationsmaterials
    • Vermittlung weiterer Ansprechpartner

Beckenboden-Sprechstunde

Haben Sie Fragen oder möchten in eine unserer Sprechstunde kommen? Je nachdem, welcher niedergelassene Arzt Sie zu uns überweist, bitten wir um eine telefonische Terminvereinbarung in der jeweiligen Sprechstunde (z. B. Überweisungsschein vom Urologen / Gynäkologen bedeutet Vorstellung in der urologischen bzw. gynäkologischen Sprechstunde).

Zum Termin sind mitzubringen:

  • Überweisung oder Einweisung vom behandelnden Arzt (bitte vorher anrufen)
  • Medizinische Unterlagen (Befunde, Medikamentenliste, Allergiepass, etc., sofern vorhanden)
  • Dolmetscher, Betreuer etc. falls erforderlich
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Sekretariat Urologie

Tel.: 05141 72-1451 Fax: 05141 72-1459

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Urologische Ambulanz

Tel.: 05141 72-1465

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Tel.: 05141 72-2442